Das ist also der Moment, wo ich es wieder tue. Ich gebe das Ding ab, den Pulsmesser, bevor ich auf die Toilette muss. Das mache ich immer so. Ich meine, wer will schon auf dem stillen Örtchen sitzen und dann piept dir das Teil um die Ohren, weil dein Puls plötzlich in die Höhe schießt?

Das ist doch nichts. Wenn du da auf dem Topf hockst und das Ding dir einen 120er Puls anzeigt, das ist doch wild. Das will doch keiner sehen. Ich hab da gerade echt eine Halluzination gehabt.
Bo, da war so ein Typ, der stand einfach bei dir. So, direkt da. Und dann hat er so gemacht. Keine Ahnung, wer das war.
Vielleicht brauchen wir auch Wasser. Ich glaube, das kommt von dem vielen Wasser, das wir getrunkt haben. Das ist doch dieser ganze Saft von Nordstrom in San Francisco. Da will ich aber nicht mehr hin.
Da ist doch der Pilot. Oder war das San Diego? Nordstrop? Ach, egal.
San Francisco ist auf jeden Fall schöner als Los Angeles. Da war ich noch nie. Ich auch nicht, aber ich war schon mal in New York. Ich habe noch keinen Mario gefunden, also kann ich das noch nicht so richtig einschätzen.
Aber man sieht es richtig, wenn man aus dem Fenster guckt. Ich hab kurz auf die Karte geschaut, und man sieht richtig, wie der Central Park anfängt, weil da keine Hochhäuser mehr sind. Nur noch dieser ganze grüne Fleck. Die Jacke ist toll.
Süß. Ja, aber was ich sagen wollte: Man sieht richtig, dass da der Central Park anfängt, weil einfach keine Hochhäuser mehr stehen. Ich will da mal mit dem Fahrrad durchfahren. Fährst du mir hinterher?
Da drüben gibt es ein Museum über Sex. Ich wollte laufen. Ja, das steht da wirklich vorne am Bus. Museum über Sex.
Wow, da können wir Dinge sehen, die wir noch nie gesehen haben. Wo ist eigentlich Vermisst er? Ist er nicht auf der Arbeit? Bei euch ist es doch noch gar nicht so spät.
Ich habe gar keine Ausreden. Da war wirklich einer, der ist um mich rumgerannt, um ein Foto zu machen. Ich habe noch nie in meinem Leben so oft Danke schön gesagt. Naja, auf Bali vielleicht.
Das ist noch okay. Oh, Junge. Oh, das ist ein Geruch. Ja, auf jeden Fall zwei Gerüche bis zur Century 21.
Hier war die Straße, glaube ich, aus dem Film Sex and the City. Die Stelle, wo Carrie langgefahren ist und, Achtung Spoiler, wo Big sie nicht heiraten wollte. Wo sie sich auf halbem Wege getroffen haben. Und sie hat ihm die Blumen auf den Kopf geknallt.
Die Welt. Oh, hier ist Rechtsverkehr. Weiß nicht, süß. Danke schön.
Mein Outfit haben wir in LA gekauft. Ja, ich wollte den Rock dazu anziehen, aber da wären mir die Arschbacken rausgefallen. Der war mir viel zu kurz, leider. Ich hab den schon zu tief getragen.
Okay, pass auf, das hier ist der Beginn vom Central Park. Wow! Fahrradverleih. Da gibt es auch eine Gegend, da darf man nicht hin, weil da Tierarten wohnen.
Ja, das hab ich auf dem Klo gelesen. Das hab ich kurz überflogen. Wie viele Schritte hast du denn heute? Boah, heute noch nicht so viele.
Ja, wir sind noch nicht so lange unterwegs. Aber gestern hatten wir auch nur so zehntausend. Nein, doch nicht gestern. Gestern sind wir den halben Tag geflogen.
Vorgestern. Aber ja, zehntausend. Ich hätte viel mehr geschätzt, ehrlich gesagt. Wollen wir hier rüber?
So wie die da? Ja, lass uns kurz reinlaufen. Wegen der klebrigen Banditen. Wer?
Du weißt schon, die Taschendiebe. Mein sicheres Gefühl und schon wieder eine Bildungslücke. Ich weiß auch nicht. Frag doch Kim.
Ich schaue mir wirklich wenig Filme an. Ich kann echt wenig, aber irgendwie diese Filme, wo es um die großen Metropolen geht, die schaue ich. Matrix. Ich bin bei Matrix eingeschlafen.
Dabei wollte ich Star Wars schauen. Ja, Star Wars hab ich gesehen. Und Star Trek auch. Wir können hier rüber.
Komm, ich zeig euch mal was. Das kann doch nicht wahr sein. Hier sind ja gar keine Pferde. Also da steht irgendwie was von Pferdekoppel, aber ich sehe keine.
Ich verstehe auch nicht, warum das hier alles eingezäunt ist, obwohl man trotzdem drauf gehen kann. Ja, das checke ich auch nicht. Vielleicht damit man nicht vom Weg abkommt. Ach so.
So heißen die also. Wie diese Banditen aus Kevin allein zu Haus. Die zwei, der Kleinere und der Größere, die immer alles auf die Mütze bekommen. Ich hab den Namen vergessen.
Die klebrigen Banditen. Marvin und Harry. Können wir uns da drüben auf den Stein setzen? Da ist ein großer.
Ja, setzen wir uns einfach auf den Stein und essen Donuts. Boah, Donuts. Weißt du, welche Farbe das Laserschwert von Luke Skywalker hat? Keine Ahnung.
Links oder rechts? Ähm, links sieht es aus, als ginge es weiter in den Park. Rechts, nein. Haben wir nicht.
Erik, was haben wir dabei? Trinken. Der Vater von Luke. Ja, der heißt auch Dader.
Mein Kanal lädt schon wieder nicht. Enorme Mist. Da rappelt es in der Kiste und dann bist du weg. Okay, das soll sich mal zusammenreißen.
Wie kann man nur so sein? Das soll da neben dem anderen Ding sein. Und der hat nur noch so ein Drittel seines Körpers, glaube ich. Ab wann sagt man eigentlich, dass es ein Spoiler ist?
Und ab wann nicht mehr? Also nach fünf Jahren oder nach zehn Jahren? Ab zehn kann man glaube ich sichergehen. Ja, das stimmt.
Hat die Aktion geholfen? Wieso will er mit mir Armdrücken? Ich sehe nur: Mattho von Gamescom fordert zum Armdrücken heraus. Oh mein Gott, der will nur anfassen.
Der will nur Körperkontakt mit dir haben. So ein Schlawiner. Wollen wir uns auf die Steine setzen, wo fast niemand sitzt, oder wollen wir uns einen anderen Platz suchen, wo wir unsere Donuts essen können? Das hier ist ein ziemlich geiler Ausblick.
Da drüben ist auch eine Brücke. Ich will mal mit den Füßen an den Stein fassen. Also, wichtig wäre, dass wir uns nicht von hinten filmen. Wollen wir da drüben auf den Stein klettern?
Ich dachte, wir gehen da noch ein bisschen rauf. Ja, ein bisschen Bergsteigen. Oh mein Gott, das ist aber ein großer. Ja, deswegen ist das cool.
Oh, ich bin gerutscht. Ich habe nicht so viel Profil auf meinen Cowboystiefeln. Ja, pass du mal auf. Ich muss richtig aufpassen mit diesen Stiefeln.
Bitte film mich nicht von hinten. Warte, vielleicht gehe ich hier lang. Wie komme ich da überhaupt runter? Ich rutsche dauernd mit diesen Schuhen.
Okay, du filmst kurz nicht, oder? Sehr gut. Okay, hab’s geschafft. Alter, ich habe flache Schuhe an heute.
Oh mein Gott, wir sind ja auf dem Berg. Und ich kann mich in den Schatten setzen, du kannst schön in die Sonne. Diese Steine sind unfassbar glatt. Die Steine sind nicht normiert.
Definitiv nicht genormt. Wollen wir uns so hinstellen, dass wir die Skyline im Hintergrund haben? Können wir machen. Geil.
Moment, ich versuche den Kanal auszufahren. Perfekt. Die sind wirklich sehr glatt. Das Ding sieht zwar nicht mehr super aus, aber ich denke mir immer, das gehört dazu.
Ja, das ist okay. Und das ist der Moment, wo ich realisiere: Die Stadt ist riesig. Wir stehen da auf diesem Felsen, um uns herum dieser unglaubliche Ausblick auf Manhattan, der Central Park liegt direkt unter uns, die Skyline leuchtet. Das ist nicht einfach eine Reise.
Das ist unser Abenteuer. Hier, in dieser Stadt, mit all den verrückten Erlebnissen, den rutschigen Steinen, den fehlenden Pferden und den merkwürdigen Typen, die einen ansprechen. Hier passiert gerade genau das, wovon ich immer geträumt habe. Einfach durch New York laufen, höchstens mit einer Kolumne im Kopf.
Ich schaue zu den Hochhäusern und stelle mir vor, wie es wäre, in so einem Jazzclub zu sitzen, die Musik, die durch den Raum fließt. Genau so fühlt sich New York für mich an. Wie Jazz. Und wir stehen hier auf diesem Berg aus Stein in der Mitte des Parks und lassen es einfach geschehen.
Noch ein Stück weiter gehen wir die glatten Steine entlang. Die Steine sind wirklich nochmal anders, als ich es mir vorgestellt habe. Nicht normiert eben. Da muss ich nochmal drüber nachdenken.
Einfach nur laufen und schauen, wohin der Weg uns trägt. Am Ende des Tages ist es uns egal, ob wir die Sehenswürdigkeiten abgehakt haben oder nicht. Es geht um die Momente dazwischen: die Gespräche auf dem Stein, das Lachen über die eigenen Fehler, das Gefühl, wenn man die Stadt von oben sieht und sich sagt: Das ist jetzt unser Platz. Zumindest für diesen einen Tag.
Ich setze mich auf den warmen Stein, lasse die Beine baumeln und schaue über die Bäume. Es ist still hier oben, nur ein leises Summen der Stadt im Hintergrund. Ich glaube, so muss sich Freiheit anfühlen. Und dann stehe ich auf, klopfe mir den Staub von der Hose und sage: Kommt, wir gehen noch ein Stück.
Wir haben noch so viel zu entdecken. Und wir lachen, weil wir wissen, dass wir morgen keine Ahnung mehr haben, wo wir genau waren, aber das ist auch egal. Hauptsache, wir waren zusammen da. Ich drehe mich nochmal um, sehe die Gruppe an, die da auf den Steinen sitzt und Donuts isst, und muss lächeln.
Das hier ist der Central Park. Unser zentraler Punkt. Und er gehört jetzt auch ein bisschen uns.