Der bizarrste Fall in Australien | Katherine Knight | Familiäre Tragödien

Der bizarrste Fall in Australien | Katherine Knight | Familiäre Tragödien

Am 1. März 2000 entdeckte die Polizei im Haus von John Price in der kleinen australischen Stadt Aberdeen einen Tatort, der selbst erfahrene Ermittler an ihre Grenzen brachte. An der Tür zum Wohnzimmer hing die vollständig abgezogene Haut des 38-jährigen Bergarbeiters, sein Körper lag ohne Kopf und ohne Haut auf dem Boden. Im Kochtopf auf dem Herd fanden die Beamten seinen gekochten Kopf, auf dem Esstisch standen zwei angerichtete Teller mit gebratenem Fleisch, das aus dem Gesäß des Opfers stammte.

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Die Tatverdächtige war schnell gefunden: Katherine Mary Knight, die Lebensgefährtin des Opfers, lag in einem hinteren Schlafzimmer des Hauses im Bett und schlief. Sie war offenbar mit Schlaftabletten betäubt und wurde noch am selben Tag festgenommen. Katherine Knight wurde 1955 in Tenterfield, New South Wales, geboren. Ihre Kindheit war geprägt von häufigen Umzügen, weil ihr Stiefvater Ken Knight als Metzger in verschiedenen Schlachthöfen arbeitete.

Die Familie ließ sich 1969 dauerhaft in Aberdeen nieder, wo Ken eine feste Anstellung fand. Schon mit 16 Jahren begann Katherine im örtlichen Schlachthof zu arbeiten, wo sie Tierkadaver verarbeitete und Knochen entfernte. In der männlich dominierten Welt der Schlachter machte sie sich schnell einen Namen, sie galt als scharfzüngig, furchtlos und aggressiv. Ihre professionellen Fleischermesser bewahrte sie über ihrem Bett auf.

Ihre erste Ehe mit dem LKW-Fahrer David Kellett scheiterte 1976. Nach der Trennung legte Katherine ihre damals zwei Monate alte Tochter auf Bahngleise, das Kind wurde kurz vor der Ankunft eines Zuges gerettet. Noch am selben Tag schwang sie eine Axt auf offener Straße und bedrohte mehrere Menschen. Ärzte diagnostizierten eine postpartale Depression, doch ihr Verhalten blieb auch nach der Entlassung gewalttätig.

Sie schnitt einer Bekannten mit einem Fleischmesser ins Gesicht und bedrohte später einen kleinen Jungen mit einem Messer, bevor die Polizei sie mit Besen überwältigen konnte. In den folgenden Jahren war Katherine Knight mehrfach in gewalttätigen Beziehungen. Mit David Saunders, einem Bergarbeiter, kam es 1987 zu einem besonders brutalen Vorfall: Aus Eifersucht schnitt sie seinem zwei Monate alten Welpen vor seinen Augen die Kehle durch und schlug Saunders anschließend mit einer Pfanne bewusstlos. Trotzdem blieb er bei ihr.

Das Paar kaufte gemeinsam ein Haus in Aberdeen, das Katherine mit Tierschädeln, Hörnern und Tierfallen als eine Art privates Museum des Todes einrichtete. Im Jahr 1993 begann Katherine Knight eine Beziehung mit John Price, ebenfalls Bergarbeiter und zweifacher Vater. Die Beziehung war von Anfang an stürmisch. 1998 rachsüchtig Katherine, nachdem Price einen Heiratsantrag abgelehnt hatte, ein heimlich gefilmtes Video, das ihn angeblich beim Diebstahl aus dem Bergwerk zeigen sollte.

Sie übergab das Material seinen Vorgesetzten, Price wurde nach 17 Jahren entlassen und warf sie aus dem Haus. Die Vorwürfe erwiesen sich später als haltlos, die Gegenstände stammten überwiegend vom Müll des Bergwerks. Ende Februar 2000 eskalierte die Situation erneut. Katherine stach während eines Streits in der Küche auf Price ein und verletzte ihn an der Brust.

Am 29. Februar beantragte Price vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen sie. Noch am selben Abend erschien Katherine jedoch unerlaubt in seinem Haus, duschte und schlief mit ihm im gemeinsamen Bett. In der Nacht zum 1.

März tötete sie ihn mit mehreren Messerstichen. Die Obduktion ergab, dass Price zum Zeitpunkt der Häutung bereits tot war. Der Schnitt wurde horizontal unterhalb des Schlüsselbeins von Schulter zu Schulter geführt und verlief dann entlang der Körpermitte bis zum Schambereich. Der Pathologe Dr.

Timothy Lyons stellte fest, dass die Entfernung der Haut in einem Stück eine enorme anatomische Präzision erforderte und eindeutig auf eine Person mit Erfahrung im Umgang mit scharfen Messern hindeutete. Anschließend wurde der Kopf zwischen dem dritten und vierten Halswirbel sauber abgetrennt. Am Tatort fanden die Ermittler eine handgeschriebene Notiz, in der Katherine auf Rache verwies und Price beschuldigte, ihre Tochter missbraucht zu haben. Diese Vorwürfe bestätigten sich jedoch nicht.

Die Ermittler stellten fest, dass es keine Verabredung für ein gemeinsames Abendessen gegeben hatte. Auf dem Esstisch standen dennoch zwei Teller mit gebratenem Fleisch, Kartoffeln, Kürbis, Zucchini, Kohl und Soße. Auf den darunterliegenden Zetteln waren die Spitznamen von Prices Kindern geschrieben. Die Ermittler dokumentierten außerdem, dass Katherine nach dem Mord mit dem Auto des Opfers in die Stadt fuhr und Geld von dessen Konto abhob.

Überwachungsaufnahmen zeigten sie dabei ruhig und gefasst. Zudem fand man leere Verpackungen mehrerer Medikamente, darunter ein Schlafmittel, was auf ihre betäubte Verfassung am nächsten Morgen hindeutete. Katherine Knight wurde am 6. März 2000 offiziell angeklagt.

Im Oktober 2001 überraschte sie im Prozess mit einem Schuldbekenntnis. Gerichtspsychiater hielten sie zum Tatzeitpunkt für voll schuldfähig. Am 8. November 2001 verurteilte sie Richter Barry O’Keefe zu lebenslanger Haft ohne Aussicht auf Bewährung, mit dem Vermerk, niemals entlassen zu werden.

Ein Revisionsversuch blieb erfolglos. Bis heute verbüßt Katherine Knight ihre Strafe im Frauengefängnis Silverwater in New South Wales, wo sie als Reinigungskraft arbeitet. Ob sie tatsächlich Teile des Körpers ihres Opfers verzehrt hat, konnte forensisch nie belegt werden, auch wenn einige Fleischstücke unauffindbar blieben. In ihren Aussagen erklärte sie, sich nur an den Beginn des Abends erinnern zu können.

Danach sei alles wie in Nebel gehüllt. Experten gehen jedoch davon aus, dass sie sich an die Tat erinnert, sie aber entweder verdrängt oder bewusst verschweigt.