Am 16. November 1957 fand die Polizei in Plainfield, Wisconsin, einen Bauernhof, der sich als Ort des Grauens entpuppte. Was die Beamten im Haus des zurückgezogen lebenden Edward Gein entdeckten, übertraf jede Vorstellungskraft und schockierte die gesamte Nation. Der Fund markierte das Ende einer Serie von ungeklärten Vermisstenfällen und offenbarte die Taten eines der berüchtigtsten Verbrecher der amerikanischen Geschichte.

Im Haus von Gein fanden die Ermittler Masken aus menschlicher Haut, Lampenschirme und Schüsseln aus Schädeln, Stühle, die mit Hautstreifen bezogen waren, sowie einen Gürtel aus weiblichen Brustwarzen. An einem Haken hing der kopfüber aufgeschnittene Körper der vermissten Ladenbesitzerin Bernice Worden. Ihr Kopf, die Ohren mit einer Schnur durchbohrt, lag in einem Futtersack. Dieser schreckliche Anblick trieb Sheriff Art Schley buchstäblich in die Knie.
Die Ermittlungen führten zu einem Geständnis, das noch tiefere Abgründe offenbarte. Gein gab zu, über einen Zeitraum von fünf Jahren mindestens neun Gräber auf Friedhöfen in der Umgebung geöffnet und die Leichen für seine makabren Zwecke verwendet zu haben. Er gab auch zu, für den Tod von Bernice Worden und der Wirtin Mary Hogan verantwortlich zu sein, die Jahre zuvor spurlos verschwunden war. Geins Leben war geprägt von seiner dominanten Mutter Augusta, die ihn mit einem fanatischen religiösen Glauben erzog und ihn von der Welt isolierte.
Nach ihrem Tod im Jahr 1945 verfiel er zunehmend dem Wahnsinn und entwickelte eine Obsession, ihre Präsenz zu bewahren. Die Geschichte von Edward Gein wurde zur Vorlage für zahlreiche Horrorfilme, darunter Alfred Hitchcocks „Psycho“, und prägte die Popkultur nachhaltig. Gein wurde 1957 zunächst für unzurechnungsfähig erklärt und in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Jahre später, im November 1968, wurde er für verhandlungsfähig befunden, aber schließlich wegen Unzurechnungsfähigkeit zum Zeitpunkt der Tat erneut zu einem unbefristeten Aufenthalt in einer psychiatrischen Einrichtung verurteilt.
Er starb am 6. Juli 1984 im Alter von 77 Jahren an Krebs und Atemversagen. Die genaue Zahl seiner Opfer wurde nie abschließend geklärt, und viele Fragen blieben offen. Die Bewohner von Plainfield, die jahrelang in Angst lebten, konnten die Schatten, die Gein über ihre Gemeinde gelegt hatte, nie ganz vertreiben.
Sein Fall bleibt ein düsteres Kapitel in der amerikanischen Geschichte.