Die Dunkelste Seite der Nazis unter dem Einfluss von Methamphetamin

Die Dunkelste Seite der Nazis unter dem Einfluss von Methamphetamin

Die deutsche Wehrmacht führte den Zweiten Weltkrieg nicht nur mit Waffen und Ideologie, sondern auch mit einer Droge, die Millionen von Soldaten in furchtlose, schlaflose Kampfmaschinen verwandelte. Neue historische Analysen belegen, dass Methamphetamin unter dem Markennamen Pervitin systematisch an Truppen verteilt wurde und entscheidenden Anteil an den frühen Blitzkriegserfolgen hatte.

Die Substanz mit dem Wirkstoff Methamphetamin wurde von der Berliner Firma Temmler hergestellt und war seit 1938 rezeptfrei in allen deutschen Apotheken erhältlich. Ursprünglich als Aufputschmittel für die Zivilbevölkerung vermarktet, entdeckte die Militärführung schnell das enorme Potenzial für den Kriegseinsatz.

Der Wehrphysiologe Professor Otto Friedrich Ranke vom Institut für wehrphysiologische Forschung in Berlin testete die Droge zunächst an Sanitätsoffizieren. Seine Ergebnisse schienen verheerend eindeutig: Soldaten unter Pervitin-Einfluss arbeiteten bis zu sechzehn Stunden ohne Ermüdungserscheinungen, während Placebo-Gruppen bereits nach wenigen Stunden kollabierten.

Ranke, der selbst regelmäßig Pervitin konsumierte und in Briefen von einer deutlichen Stimmungsaufhellung berichtete, empfahl die breite Einführung in der Truppe. Seine Warnungen vor möglichen Nebenwirkungen wurden von der Militärbürokratie ignoriert. Die Droge verbreitete sich unkontrolliert in allen Einheiten.

Allein für den Frankreichfeldzug im Mai 1940 orderte die Wehrmacht 35 Millionen Tabletten für drei Millionen Soldaten. Die Truppen erhielten täglich drei bis fünf Tabletten, was einer Dosis von bis zu 100 Milligramm Methamphetamin entsprach, dem Siebenfachen der heute als kritisch geltenden Grenze.

Die Wirkung war verheerend effektiv. Unter Pervitin-Einfluss legten deutsche Panzereinheiten täglich bis zu 35 Kilometer zurück, durchquerten Wälder und Felder ohne Schlaf, schossen ohne zu zögern und gehorchten ohne zu hinterfragen. Die Soldaten kämpften buchstäblich bis zum körperlichen Zusammenbruch.

Sanitätsoffiziere berichteten von euphorischen Zuständen, gesteigerter Aufmerksamkeit und dem vollständigen Verschwinden von Angst und Hemmungen. Ein Leutnant beschrieb, wie er drei Tage und drei Nächte ohne Schlaf mit sowjetischen Offizieren in Brest-Litowsk verhandelte und dabei vollkommen wach und konzentriert blieb.

Doch die Rechnung kam. Die Wehrmacht musste den Pervitin-Einsatz ab 1941 schrittweise reduzieren, nachdem sich die verheerenden Nebenwirkungen nicht mehr verbergen ließen. Soldaten litten unter extremen Stimmungsschwankungen, Paranoia, Halluzinationen und schweren Entzugserscheinungen.

Viele entwickelten eine vollständige Abhängigkeit. Die anfänglichen Leistungssteigerungen wurden von einem Teufelskreis aus Sucht und immer höheren Dosen abgelöst. Ärzte berichteten von Soldaten, die ohne die Droge nicht mehr kampffähig waren und unter schweren Depressionen litten.

Besonders perfide war die Verabreichung an Jugendliche der Hitlerjugend und später der Waffen-SS. Tausende junger Männer wurden nicht nur ideologisch indoktriniert, sondern auch chemisch gefügig gemacht. Die Droge unterdrückte Empathie und Urteilsvermögen, bevor diese sich überhaupt vollständig entwickeln konnten.

Die Nationalsozialisten präsentierten sich der Öffentlichkeit als strikt antidrogen und verfolgten Konsumenten von Kokain und Opiaten mit drakonischen Strafen. Gleichzeitig machten sie Methamphetamin zur Volksdroge. Diese heuchlerische Doppelmoral durchzog die gesamte Drogenpolitik des Dritten Reichs.

Historiker sehen in der systematischen Verabreichung von Pervitin einen bislang unterschätzten Faktor für die anfänglichen militärischen Erfolge Nazi-Deutschlands. Die Fähigkeit zu tagelangen Gewaltmärschen ohne Schlaf und die Unterdrückung von Angst und moralischen Bedenken erklären einen Teil der scheinbar übermenschlichen Kampfleistung.

In der Endphase des Krieges griff Hitler selbst zunehmend zu Drogen. Sein Leibarzt Theodor Morell verabreichte ihm Kokain, Eukodal und ab Dezember 1944 auch Pervitin. Der Führer, der sein Volk jahrelang mit Methamphetamin in den Krieg trieb, wurde selbst zum abhängigen Konsumenten.

Am 30. April 1945, wenige Stunden vor seinem Selbstmord, erhielt Hitler noch eine letzte Injektion. Der Mann, der eine ganze Nation mit Drogen gefügig gemacht hatte, starb im Rausch seiner eigenen Giftmischung.

Sein System der chemischen Entmenschlichung brach mit ihm zusammen.

Die Alliierten fanden nach Kriegsende umfangreiche Dokumente über die Pervitin-Programme. Viele der beteiligten Wissenschaftler wurden nie zur Rechenschaft gezogen. Otto Ranke setzte seine Karriere nach dem Krieg fort und starb 1957 als angesehener Professor für Physiologie.

Heute gilt Methamphetamin als eine der gefährlichsten und süchtig machendsten Substanzen überhaupt. Die Geschichte seiner militärischen Nutzung im Dritten Reich zeigt, wie eine Gesellschaft durch systematische Chemisierung ihrer Jugend ihre moralischen Grenzen vollständig auflösen kann.

Die Verbindung zwischen Drogen und nationalsozialistischer Kriegsführung bleibt ein dunkles Kapitel, das lange verdrängt wurde. Erst in den vergangenen Jahren begannen Historiker, die umfassende Rolle von Pervitin für die deutsche Kriegsmaschinerie aufzuarbeiten und die vollständige Dimension dieser chemischen Entmenschlichung zu erfassen.