Ich stand in diesem Laden, umgeben von all dem Kram, und plötzlich vibrierte mein Handy – fünf Hype-Trains auf einmal. Ich schaute auf den Bildschirm und dachte nur: Was zur Hölle? Meine beste…

Ich stand in diesem Laden, umgeben von all dem Kram, und plötzlich vibrierte mein Handy – fünf Hype-Trains auf einmal. Ich schaute auf den Bildschirm und dachte nur: Was zur Hölle? Meine beste...

Die Aufregung war kaum auszuhalten. Ich stand also in diesem Laden, umgeben von all dem Kram, und ich wusste genau, meine beste Freundin würde mich gleich fragen, ob ich es mir nicht doch holen soll. Ich bin ja niemand, der andere verurteilt. Wirklich nicht.

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Meine Freunde fragen mich ständig, ob sie sich irgendetwas kaufen sollen, und ich sage dann immer nur: Ja, mach doch. Ich bin da nicht die, die den Finger hebt und mahnt. Und genau deshalb habe ich es auch nicht mit Absicht gemacht, das mit dem Anspornen. Wirklich nicht.

Nein, ich bin da konsequent. Das Einzige, was ich an Drogen konsumiere, ist ab und zu mal Alkohol. Und das auch nicht oft. Ich habe es tatsächlich erst in Amerika zum ersten Mal so richtig getrunken, zusammen mit Annika.

Am letzten Abend, als wir mit den anderen schön essen waren. Ich hatte zwei Gläser von meinem Lieblingswein. Ein kalifornischer. Zum Kellner habe ich gesagt, er solle mir einfach etwas empfehlen, aber er solle mir bitte einen Weißwein bringen, der süß sei.

Ich mag es eben nicht, wenn alles zu herb ist. Ich finde Wein tatsächlich lecker, das schmeckt für mich ein bisschen wie Traubensaft. Ich habe dann noch extra gefragt, ob er einen Muscato hätte, so einen lieblichen, und der war perfekt. Ich liebe diesen kalifornischen Muscato, den von B.

F. Weißt du, die mit der türkisen Verpackung? Der ist so unglaublich lecker. Ich starre gerade auf das Bild und wünschte, ich wäre wieder dort.

Der süße weiße Trano. Wenn ich überhaupt mal Alkohol trinke, dann keinen Harten. Wein oder halt auch mal ein Bier. Wobei ich alkoholfreies Bier sogar richtig gerne mag.

Besonders Weißbier. Ich finde, das schmeckt irgendwie erfrischend, ein bisschen isotonisch. Was soll ich sagen, ich mag es halt nicht, wenn etwas zu süß ist. Außer bei meinem Weißwein natürlich.

Und Kaffee trinke ich auch ohne Zucker. Kaffee ist ja schließlich auch bitter, und genau das mag ich manchmal. Normalerweise bin ich ja gar nicht so der Markentyp. Aber als ich die Brille gesehen habe, wusste ich sofort: Die muss mit.

Ah, aber jetzt schauen wir uns das erst mal genau an. Diese Brille ist der Wahnsinn, die ist richtig geil. Ohne Witz. Und dann dieser ganze andere Kram hier.

Die Stimmung in dem Laden ist einfach unbeschreiblich. Ich habe so starke Glücksgefühle hier drin, ich könnte den ganzen Tag hierbleiben und einfach alles anprobieren. Wenn man so eine Sache hat, wo einem alles so zusagt, dann weiß man, dass man am falschen Punkt spart. Ich habe im Hinterkopf, dass wir eigentlich noch irgendwo hinmussten.

Wian Westwood wollten wir zuerst holen, weil die haben nur bis achtzehn Uhr auf. Wir hatten gestern noch kurz überlegt, ob wir nach dem Besuch in der Apotheke für Kims Kopfschmerzen und ihr Knie noch hinfahren sollten. Aber da hatte der Laden schon zu. Und dann bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es besser ist, wenn wir da gar nicht erst hinfahren.

Guter Plan, ehrlich gesagt. Plötzlich kam die Erinnerung an den Keller hoch. Bei euch zu Hause läuft gerade der Keller voll Wasser, oder? Ich hoffe, ihr bekommt das schnell wieder weg und es entstehen keine großen Schäden.

Ich hoffe, das passiert uns hier nicht auch allen. Ich habe gerade aus Reflex auf mein Holzklopfen geklopft, weil ich einfach nicht will, dass mir das passiert. Ich weiß gar nicht, ob man das überhaupt so sagt, aber es fühlte sich richtig an. Also, unser Keller ist zum Glück trocken geblieben.

Zumindest hoffe ich das inständig. Ich habe nämlich meine Tasche nicht dabei. Und ich bete, dass meine Tasche nicht nass geworden ist. Die gibt es nämlich nirgendwo in den USA zu kaufen, die habe ich extra von zu Hause mitgenommen.

Ich möchte mir meine Tattoos nämlich weiter schattieren lassen und die Tasche ist mein Spaßgeld. Das Geld geht entweder für den Laden drauf, für die Taschen oder eben für die Tätowiererin. Und wenn der Keller voll läuft, ist das ganze Geld dahin. Meine Tätowiererin hat mir gerade erst wieder so eine unglaublich geile Schattierung gemacht.

Die ist der Wahnsinn. Ich muss sie später eincremen. Oh, warte, da ist die Kette. Die haben wir vorhin noch entdeckt.

Die Frau vor mir ist komplett ausgeflippt, als sie diese Kette gesehen hat. Und ich muss sagen, ich kann es verstehen. Es ist ein wunderschönes rotes Herz. Mit einem kleinen Schloss.

Und weil ich ja die Kette mit dem Herzchen habe, brauche ich natürlich noch das passende Armband dazu. Süß, oder? Die Perlen sind rot und das Herz ist aus Metall. Ich versuche, es mir umzumachen, aber meine Finger sind viel zu kalt und das Band ist sehr eng.

Kannst du mir kurz helfen? Ich kriege es nicht um. Meine Nägel sind zu lang, um das kleine Schloss zu öffnen. Warte, vielleicht muss ich es andersherum halten.

Nein, so geht es nicht. Oh mein Gott, ich schaffe es nicht. Der Typ an der Kasse hat es aber geschafft. Er hat gesagt, ich solle es einfach umdrehen, und dann hat er es mir mit einem Grinsen umgelegt.

Die Leute hier denken übrigens, ich würde hier arbeiten, so wie ich mich hier benehme. Der Verkäufer war so nett. Er meinte nur: Du brauchst das. Du brauchst es.

Kauf es. Und ich so: Es sieht aber auch wirklich zu gut aus. Okay, das Armband sitzt. Ich habe es geschafft.

Oh wow, es ist wunderschön. Ein rotes Herz. Ich glaube, das war es wert. Die Kette hat ein kleines Herz und das Armband passt genau dazu.

Die Kombination ist der Wahnsinn. Ich könnte gerade so laut loskreischen vor Freude. Halt, warte. Jetzt muss ich an etwas anderes denken.

Der Chat. Ich habe die ganze Zeit vergessen, dass ich live bin. Die Leute schreiben gerade so viele Nachrichten, dass ich sie kaum lesen kann. Fünf Hype-Trains.

Was? Wirklich fünf? Oh mein Gott. Das ist ja der Wahnsinn.

Ich sehe es sogar, da vorne auf dem Bildschirm. Die Leute schicken Herzen und sagen mir, ich soll mir den Spaß gönnen. Ich glaube, ich habe meinen Akku fast leer gemacht. Nur noch zwanzig Prozent.

Ich muss langsam aufpassen. Aber es ist so schwierig, wenn man so viele tolle Sachen sieht. Ich liebe diesen Laden einfach. Die Atmosphäre, die Leute, das Chaos.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Wetter. Draußen tobt ein ordentlicher Sturm. Ich hoffe nur, dass wir danach noch vernünftig nach Hause kommen. Bei dem Regen und dem ganzen Wasser, das da vom Himmel kommt.

Ich habe gehört, es soll schlimm werden heute Nacht. Ich hoffe, die Keller in der Nachbarschaft bleiben trocken. Besonders meiner. Mit all meinen Tattoo-Sachen und den Zeichnungen.

Das wäre eine Katastrophe. Ich weiß noch, wie ich neulich mit meiner Freundin telefoniert habe und sie mir erzählt hat, dass bei ihr im Haus der Keller unter Wasser steht. Das ganze Wasser stand bestimmt knietief. Die war völlig verzweifelt.

Ich habe ihr dann gesagt, sie soll mir Bescheid sagen, wenn sie Hilfe braucht. Aber bis jetzt habe ich nichts gehört. Ich hoffe, sie hat es rechtzeitig geschafft, alles in Sicherheit zu bringen. Ich starre derweil auf mein neues Armband und drehe es hin und her.

Das rote Herz funkelt im Licht. Ich glaube, ich muss mich langsam wirklich zusammenreißen, sonst kaufe ich hier noch den ganzen Laden leer. Wobei, für wen mache ich das? Ich genieße es einfach, hier zu sein und zu stöbern.

Das ist mein Ausgleich, mein Abenteuer. Plötzlich fällt mir auf, dass ich den Ton an meinem Handy ausgeschaltet habe. Kein Wunder, dass ich die Hinweise nicht gehört habe. Ich schalte es wieder ein und sofort ploppen die Nachrichten auf.

Die Leute fragen, wo ich bin und was ich mache. Ich antworte kurz, dass ich gleich gehe, aber vorher muss ich mir noch ein paar Sachen ansehen. Ich schlendere durch die Gänge und entdecke eine weitere Tasche. Oh, die ist schön.

Die Farbe ist genau mein Fall. Vielleicht sollte ich sie mir doch noch einmal genauer ansehen. Der Sturm draußen wird immer schlimmer und ich will nicht, dass meine neue Tasche nass wird. Ich halte sie mir schützend unter den Arm.

Ich bin so gespannt, wann es endlich losgeht mit unserem nächsten Stopp. Wir wollten eigentlich noch zur Freiheitsstatue, aber ich weiß nicht, ob das bei dem Wetter eine gute Idee ist. Neulich haben wir versucht, mit der Fähre dorthin zu fahren, aber das Internet hat auf dem hohen Gebäude gar nicht funktioniert. Kein Empfang, nichts.

Da sind wir dann lieber wieder umgekehrt. Außerdem ist es gerade ziemlich stressig, alles unter einen Hut zu bekommen. Der Akku ist fast leer, der Sturm wird schlimmer und ich habe noch nicht einmal zu Abend gegessen. Aber weißt du was?

Das ist es wert. Diese Momente, in denen man einfach durch die Läden schlendert und sich die Zeit vertreibt, die hat man nicht ewig. Ich verabschiede mich langsam von der Struktur und den ganzen schönen Sachen. Der Regen prasselt gegen die Fenster und ich höre den Donner in der Ferne.

Vielleicht schaffe ich es doch noch, ein paar schöne Fotos zu machen, bevor wir losmüssen. Der Kerl an der Kasse winkt mir noch einmal zu. Ich hebe die Hand und winke zurück. Dann trete ich hinaus in den Sturm, halte meine Einkäufe fest und mache mich auf den Weg.

Das rote Herz an meinem Handgelenk leuchtet auch im grauen Licht, und ich weiß: Das hier war genau richtig.