Did Cliff Booth Really Kill His Wife in Once Upon a Time in Hollywood?

Did Cliff Booth Really Kill His Wife in Once Upon a Time in Hollywood?

Eine Szene aus „Once Upon a Time in Hollywood“ beschäftigt das Publikum seit Jahren: ein sanft schaukelndes Boot, eine Harpunenpistole auf dem Schoß eines Mannes, die bittere Stimme einer Frau. Der Film blendet ab, bevor sich die Frage auflöst – war es ein Unfall? Quentin Tarantino selbst hat die Debatte nun mit seinem 2021 erschienenen Roman zum Film beendet. Darin bestätigt er unmissverständlich: Cliff Booth hat seine Frau getötet.

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Im Roman heißt es in Kapitel zehn, Cliff habe in dem Moment, als er seine Frau mit der Harpunenpistole erschoss, sofort gewusst, dass es eine schlechte Idee gewesen sei. Kein Unfall, kein Missverständnis – ein bewusster Abzug. Der Schuss habe seine Frau unterhalb des Bauchnabels zerfetzt und ihre Körperteile auf das Deck des Bootes geschleudert. Was danach folgt, ist grausam und grotesk zugleich.

Cliff verbringt sieben Stunden damit, die getrennten Körperhälften seiner Frau zusammenzuhalten, Druck auszuüben, zu reden und zu beschwichtigen. In dieser Zeit führen die beiden ein langes, emotionales Gespräch, das ihre zerstörerische Ehe nie zugelassen hätte. Als die Küstenwache eintrifft, verspricht Cliff ihr, sie werde überleben – nur mit einer gewaltigen Narbe. Doch als sie bewegt wird, fällt sie auseinander.

„Na ja“, sagt er beiläufig – ein Satz, der im Roman jede Illusion von Reue zunichtemacht. Tarantino erklärte, er hätte die Szene im Film durchaus zeigen können, entschied sich aber bewusst für Zurückhaltung. Die explizite Darstellung hätte den sonnendurchfluteten, nostalgischen Ton des Films zerstört. Clarks lässiger Charme und seine späteren Heldentaten wären unglaubwürdig geworden.

Die Mehrdeutigkeit wurde zum Stilmittel – eine dunkle Wolke, die Debatten anheizt, ohne die Haupterzählung zu stören. Im Roman dagegen geht Tarantino weiter. Er zeigt Cliffs innere Rechtfertigung: Nach der Reue übernimmt der Pragmatiker. Cliff redet sich ein, es sei kein Mord gewesen – vielleicht ein Zucken, vielleicht Instinkt, der Abzug sei empfindlich gewesen.

Er behauptet, niemand werde seine Frau wirklich vermissen, und deutet an, dass sogar die Trauer ihrer Schwester kurz und unaufrichtig sei. Er entscheidet, dass seine eigene Schuld Strafe genug sei, und wägt ihr Leben kalt gegen die japanischen Soldaten ab, die er im Krieg getötet hat. Der Roman enthüllt Cliff zudem als Serienmörder, verantwortlich für zwei Mafiosi und einen Bekannten, der nach einem Hundekampf getötet wurde. Damit wird klar: Die im Stunt-Milieu verbreitete Überzeugung, Cliff habe seine Frau getötet, war keine bloße Vermutung, sondern Tatsache.

Seine Geschichte vom Tauchunfall war eine konstruierte Lüge, die auf plausible Abstreitbarkeit setzte. Die Behörden konnten seine Erzählung nicht widerlegen und stuften den Fall als Unglück ein. Cliff kam frei – seine einzige Strafe war der schlechte Ruf, der ihm auf jedes Filmset folgte. Die Parallelen sind offensichtlich und beabsichtigt.

Die Schwester der Getöteten heißt im Roman Natalie – ein deutlicher Verweis auf den rätselhaften Tod von Natalie Wood, die 1981 bei einem Bootsausflug ertrank und deren Ehemann Robert Wagner nie verurteilt wurde. Auch Wagner blieb straffrei. Tarantinos Botschaft ist brutal: Mächtige Männer in dieser Stadt kommen immer wieder davon. Brad Pitts Cliff ist charmant, loyal, geradezu heldenhaft, als er Ricks Haus verteidigt.

Doch hinter dieser Fassade zeigt der Roman den Mörder. Die Frage, die der Text aufwirft, ist unbequem: Kann man einen Helden weiter bewundern, wenn man weiß, dass er seine Frau getötet hat? Und macht ihn die Rettung von Sharon Tate wieder unschuldig?

Tarantino hält dem Publikum einen Spiegel vor – unsere Bereitschaft, charismatischen Männern zu verzeihen, während das Blut auf dem Deck ignoriert wird.