32 T-34 kämmten Breslau vier Tage — der Hetzer stand in der Markthalle

32 T-34 kämmten Breslau vier Tage — der Hetzer stand in der Markthalle

Am 28. März 1945 lag über der Friedrichstraße in Breslau ein grauer Schleier aus Ziegelstaub und Frühnebel. Unter den parabolischen Stahlbetonbögen der Markthalle 2 roch es nach kaltem Motoröl, fauligem Kohl und verbranntem Pulver. Zwischen zwei umgestürzten Gemüseständen stand ein Jagdpanzer 38, den die Truppe nur „Hetzer“ nannte. 2,10 Meter hoch, neun Tonnen, eine einzige Kanone.

In den folgenden vier Tagen würden sowjetische T-34 den Süden der Festung Straße für Straße durchkämmen. Keiner von ihnen würde durch das Tor dieser Halle schauen. Nach allen Regeln des Häuserkampfes hätte dieser Hetzer den ersten Morgen nicht überleben dürfen.

Sein Kommandant war Unteroffizier Karl Wendler, 24 Jahre alt, aus Görlitz. Er hatte Einsatztage an der Ostfront hinter sich und zwei Fahrzeuge verloren, beide Male als letzter ausgestiegen. Im Bataillon galt er als zu vorsichtig. Er rauchte nicht, weil ein Streichholz im Dunkeln auf 800 Meter zu sehen ist.

Seine Besatzung bestand aus dem Fahrer Obergefreiter Emil Hauschke, früher Lastwagenfahrer einer Brauerei in Liegnitz, dem Richtschützen Gefreiter Paul Roter, gelernter Uhrmacher, der die Seitenrichtung in Viertelgraden einstellte, und dem Ladeschützen Walter Kühn, 19 Jahre alt, aus Breslau, der die Friedrichstraße noch mit fahrender Straßenbahn kannte.

In der Nacht war ihr Gegenstoß gescheitert. Die Linie war vier Meter nach Norden zurückgewichen. Der Hetzer nicht. Mit leerem Funkgerät und halbem Tank war Hauschke rückwärts durch das Südtor in die Halle gerollt. Jetzt lag die Halle hinter der sowjetischen Spitze. Sie war aus Stahlbeton gegossen. Von außen sah sie aus wie jede andere Ruine im Süden Breslaus: eingedrücktes Glasdach, Scherben, Schutt vor den Toren. Genau das war ihr einziger Schutz.

Die Lage war nüchtern. Die sowjetische 6. Armee drückte seit Wochen von Süden gegen den Hauptbahnhof. Nördlich der Halle, in den Kellern an der Gartenstraße, lagen ein Hauptverbandsplatz mit rund 400 Verwundeten und das letzte größere Munitionslager des Abschnitts. Brach eine Panzergruppe durch die Friedrichstraße, war beides in 20 Minuten verloren.

Die sowjetischen Sturmgruppen arbeiteten nach festem Muster. Vorne Infanterie mit Maschinenpistolen, dahinter ein oder zwei T-34, die jedes verdächtige Fenster mit Sprenggranaten zerschlugen. Pioniere sprengten Durchgänge durch Brandmauern. Ein Häuserblock kostete sie im Schnitt sechs Stunden.

Der Hetzer hatte 41 Granaten an Bord. Die Frontplatte von 60 Millimetern bei sechzig Grad Neigung hielt die sowjetische 76-mm-Kanone auf mittlere Entfernung meist aus. Die Seiten mit 20 Millimetern hielten nichts. Wendler gab einen einzigen Befehl: kein Schuss, bis er es sagte. Kein Motor, kein Licht.

Um 5:52 Uhr hörte Kühn als erster das Geräusch. Kettenrasseln, gedämpft durch Schutt. Dann das tiefe Brummen eines Dieselmotors im Leerlauf, keine 60 Meter entfernt. Roter legte die Stirn an das Okular. Im Ausschnitt des Tores glitt eine grüne Wanne vorbei, dann eine zweite. Wendler hob langsam die Hand. Niemand atmete laut. Die erste Kolonne rollte weiter nach Norden.

Wendler blieb im Look und rechnete. Die Kanone des Hetzers, eine 7,5-cm-PaK 39 mit 48 Kaliberlängen, saß starr in der Frontplatte. Fünf Grad nach links, fünf nach rechts, insgesamt 16 Grad. Alles außerhalb dieses Fächers erreichte man nur, indem man das ganze Fahrzeug drehte. Und das bedeutete, den Motor zu starten.

Der Prager Sechszylinder leistete 160 Pferdestärken und war unter dem Betongewölbe so laut wie ein Sägewerk. Das Echo würde durch alle sechs Tore gleichzeitig hinausschlagen. Das Osttor lag 60 Meter vor der Mündung. Auf diese Entfernung deckte der Fächer von 16 Grad einen Streifen der Friedrichstraße von knapp 17 Metern Breite. Ein T-34 mit 30 Stundenkilometern durchquerte ihn in zwei Sekunden. Roter brauchte vier Sekunden, um sauber zu richten.

Die Geometrie war eindeutig. Ein fahrendes Ziel war kein Ziel. Ein stehendes dagegen war tot. Die Panzergranate 39 durchschlug auf 60 Metern über 80 Millimeter Stahl. Die Seitenwand eines T-34 hatte 45. Auf diese Distanz spielte der Winkel kaum eine Rolle.

Die Vorschrift für Jagdpanzer im Ortskampf war ebenso eindeutig: höchstens zwei Schüsse aus einer Stellung, dann sofort Stellungswechsel. Feuern, fahren, verschwinden. Wendler konnte weder fahren noch verschwinden. Also strich er auch den ersten Teil. Er ließ die Besatzung lautlos arbeiten.

Kühn und Hauschke stapelten Kohlkisten, Säcke und zwei eiserne Wagen vor den Bug, bis nur noch die Mündung und das Zielfernrohr frei blieben. Roter spannte eine graue Plane über die helle Kante der Frontplatte. Der wichtigste Schutz kostete nichts. Draußen stand die Märzsonne auf dem Schutt, drinnen lag Halbdunkel. Ein Auge, das aus hellem Licht in einen dunklen Raum schaut, braucht mehrere Sekunden, um sich anzupassen. Kein Panzerkommandant, der mit 15 Stundenkilometern an einem Tor vorbeifuhr, hatte diese Sekunden.

Der 28. März verging. Elf T-34 fuhren durch den Fächer, dazu vier Selbstfahrlafetten und etwa 300 Mann Infanterie. Zweimal standen Rotarmisten keine 20 Meter entfernt im Nebenhaus und warfen Handgranaten in einen Keller. Einmal pinkelte einer gegen den Torpfeiler. Roter hatte die ganze Zeit den Finger neben dem Abzug.

In der Nacht fiel die Temperatur auf zwei Grad. Die Männer schliefen abwechselnd jeweils 90 Minuten. Zu essen gab es Sauerkraut aus einem Fass hinter dem Stand eines Fleischers und ein Brot für vier. Wasser gab es zwölf Liter in zwei Kanistern. Bei vier Mann und kaltem Wetter reichte das drei Tage.

Der 29. März brachte 14 weitere T-34. Die sowjetischen Gruppen hatten die Linie inzwischen 200 Meter nach Norden gedrückt. Aus Richtung Gartenstraße kam das trockene Bellen deutscher Pak-Geschütze. Dann Stille, dann wieder Motoren. Wendler notierte jeden Panzer mit Bleistift auf der Innenseite der Luke. 25 Striche.

Er notierte auch etwas anderes. Die Russen fuhren nicht mehr zufällig vorbei. Tankwagen kamen, Munitionsschlitten kamen. Vor dem Osttor wurde Schutt beiseite geschoben, eine Fläche von 40 mal 20 Metern. Die Friedrichstraße wurde zum Sammelpunkt. Das Problem war nicht mehr das Verstecken. Das Problem war die Zeit.

Um 4:10 Uhr am Morgen des 30. März weckte Wendler Roter. Er flüsterte nur einen Satz: „Heute bleiben sie vor dem Tor stehen.“

Um 6:35 Uhr rollte der erste T-34 auf die geräumte Fläche vor dem Osttor. Er hielt. Der Motor lief im Leerlauf weiter. Hinter ihm kamen drei weitere, dann ein Tankwagen auf Studebaker-Fahrgestell. Roter drehte die Seitenrichtung zweieinviertel Grad nach rechts. Im Fadenkreuz stand die linke Wanne des zweiten Panzers, quer zur Mündung. Ein Mann in wattierter Jacke kletterte mit dem Tankschlauch auf das Heck.

Wendler wartete. Das Problem war nicht der erste Schuss. Das Problem war der zweite. Nach dem ersten Treffer würden die übrigen Panzer anfahren, und fahrende Ziele waren für diese Kanone keine Ziele. Er brauchte einen Grund, warum sie stehen blieben.

Um 7:14 Uhr schob sich der Tankwagen direkt hinter den zweiten T-34. Die Schläuche lagen am Boden. Zwei Panzer waren jetzt mit einem Fahrzeug voller Dieselkraftstoff verbunden. Wendler gab den Befehl zum Feuer.

Die Panzergranate durchschlug die Seitenwand des T-34 knapp über der dritten Laufrolle und traf den hinteren Kraftstoffbehälter. Eine Sekunde später brannte der Tankwagen. Die Flamme lief über die Schläuche zum dritten Panzer.

Unter dem Gewölbe geschah etwas, das Wendler nicht berechnet hatte. Der Knall wurde von den parabolischen Stahlbetonbögen gebündelt, zurückgeworfen und durch alle sechs Tore gleichzeitig hinausgedrückt. Draußen kam der Abschuss aus keiner Richtung und aus jeder zugleich. Das Mündungsfeuer blieb im Halbdunkel der Halle verborgen.

Kühn lud nach. 40 Granaten. Die sowjetischen Besatzungen reagierten nach Lehrbuch. Eine versteckte Pak im Häuserkampf sitzt erhöht in einem Fenster oder hinter einer Brandmauer. Der erste unbeschädigte T-34 schwenkte den Turm nach Süden auf die Ruine eines Gymnasiums gegenüber und hielt an, um zu feuern. Er hielt an.

Roter brauchte drei Sekunden. Der zweite Schuss traf den Turmring von der Seite. Der Turm hob sich fünf Zentimeter und fiel schief zurück in die Wanne. 39 Granaten.

Der dritte T-34 stand bereits in Flammen. Die Besatzung sprang ab. Der vierte setzte rückwärts, rammte die Hauswand, blieb eine Sekunde hängen und stand damit im Fächer. Die Vorschrift erlaubte zwei Schüsse aus einer Stellung. Wendler befahl den dritten. 38 Granaten.

Von der Decke rieselte feiner grauer Staub. Jeder Abschuss erschütterte das Gewölbe, und jahrzehntealter Putz löste sich in Flocken. Auf dem Verschlussblock lag eine dünne Schicht wie Mehl auf einem Küchentisch. Kühn wischte sie mit dem Ärmel weg. Beim nächsten Mal würde er dafür keine Zeit haben.

Draußen feuerten jetzt drei Selbstfahrlafetten und zwei Granatwerfer in die Ruinen südlich der Straße. Das Gymnasium brach in sich zusammen. Niemand schoss auf die Markthalle.

Um 7:21 Uhr war die Fläche vor dem Osttor leer. Drei T-34 brannten. Der Tankwagen explodierte zum zweiten Mal. Schwarzer Rauch zog quer vor das Tor und nahm Roter die Sicht auf die gesamte Straße.

Wendler wusste, was das bedeutete. Der Rauch schützte sie für 20 Minuten. Danach würde jemand die Trümmer zählen, die Schusswinkel prüfen und die Einschläge auf der Seitenwand lesen. Jede Durchschlagsöffnung zeigte in eine Richtung.

Um 7:38 Uhr sah er durch eine Lücke im Rauch einen sowjetischen Offizier mit Fernglas. Er blickte nicht auf das Gymnasium. Er blickte auf die Markthalle.

Um 8:05 Uhr schlug die erste Granate in das Dach der Markthalle, dann die zweite. Das Glas der Oberlichter kam in Splittern herunter. Der Stahlbeton hielt, aber mit jedem Einschlag fiel mehr Staub. Nach zehn Minuten sah man den Hetzer im Halbdunkel nur noch als grauen Umriss.

Die Russen hatten gelernt. Kein Panzer fuhr mehr auf die Fläche vor dem Osttor. Zwei T-34 standen jetzt schräg an den Hausecken außerhalb des Fächers, die Kanonen auf das Tor gerichtet. Wer herausfuhr, lief in ein Kreuzfeuer. Wer drinnen blieb, würde auf andere Weise gesucht werden.

Wendler kannte die sowjetische Methode für befestigte Gebäude. Panzer halten den Ausgang. Pioniere kommen von unten. Die Markthalle hatte Keller, Kühlräume, Lagergänge und eine Treppe 25 Meter hinter dem Heck des Hetzers. Die Heckplatte war 20 Millimeter dick. Der Motorraum lag direkt darunter. Ein Flammenwerfer auf dieser Seite beendete den Kampf in fünf Sekunden, und nach hinten schoss die Kanone nicht.

Um 10:20 Uhr schob ein dritter T-34 Schutt vor sich her und hielt an der Kante des Fächers, um mit Sprenggranaten blind in das Osttor zu feuern. Roter schoss zuerst. Treffer im Motorraum. 37 Granaten.

Kühn riss die Hülse heraus und schob die nächste Granate nach. Der Keilverschluss fuhr hoch und blieb Millimeter vor dem Anschlag stehen. Verschluss klemmte. Der Betonstaub hatte sich mit dem Waffenfett in den Führungsnuten zu einer zähen Paste verbunden. Solange der Keil nicht vollständig schloss, sperrte die Sicherung den Abzug. Die Kanone war ein Stahlrohr ohne Funktion.

Draußen setzte der getroffene T-34 Rauchsignale. Ein zweiter fuhr heran, um ihn abzuschleppen, und blieb stehen. Kühn arbeitete mit einem Schraubenzieher und einem öligen Lappen. Hauschke zog den Ölmessstab aus dem Motor und reichte ihn nach vorn. Das letzte saubere Öl an Bord.

20 Sekunden, 30. Draußen wurde das Abschleppseil eingehängt. Nach 41 Sekunden fiel der Keil mit einem harten Schlag in die Endlage. Roter schoss. 36 Granaten. Fünf T-34 brannten vor dem Osttor.

Um 11:10 Uhr hörte Hauschke Stiefel auf der Kellertreppe. Wendler griff an die Fernbedienung des Dach-MGs. Das Maschinengewehr auf dem Hetzer ließ sich von innen schwenken, ohne dass jemand die Luke öffnete. Er schwenkte es nach hinten.

Der erste Pionier kam mit dem Flammenwerfer aus dem Treppenschacht. Wendler schoss einen Feuerstoß von zwölf Schuss. Der Mann fiel. Der Flammenstrahl ging in die hölzernen Marktstände an der Westwand. Sie brannten sofort.

Jetzt lief eine neue Uhr. Das Feuer fraß sich die Standreihen entlang auf den Hetzer zu, zwei Meter pro Minute. Der Rauch sammelte sich unter dem Gewölbe und sank langsam herab. Kühn rechnete: 40 Meter bis zum Heck. Minuten.

Hauschke und Kühn rissen die nächsten Stände nieder und schleppten die Bretter zur Seite. Eine Brandschneise, sechs Meter breit. Das Feuer blieb an ihrer Kante stehen und schwelte weiter.

Um 16 Uhr hatte der Hetzer noch 36 Granaten, 400 Schuss für das MG und ein Drittel Kraftstoff. Wasser gab es keines mehr. Wendler zog den letzten Strich auf der Luke. Er sagte nur: „Heute Nacht fahren wir.“

Es war ihre vierte Nacht in der Halle. Die Batterien waren nach drei kalten Nächten und dem fast leeren Dach-MG dicht. Der elektrische Anlasser würde den Motor nicht mehr durchdrehen. Blieb der Schwungkraftanlasser. Eine Handkurbel am Heck. 60 Sekunden kurbeln, bis das Schwungrad genug Drehzahl hatte.

Das bedeutete einen Mann draußen hinter dem Fahrzeug im Rauch des schwelenden Feuers. Und dann den Lärm. 160 Pferdestärken unter einem Gewölbe, das jeden Knall bündelte.

Wendler hatte drei Nächte lang mitgeschrieben. Jede Nacht um zwei Uhr begann die sowjetische Artillerie mit Störfeuer auf die Gartenstraße. Jedes Mal zwölf bis 15 Minuten. Das war das Fenster.

Die Route führte nicht durch das Osttor. Dort warteten die zwei T-34 an den Hausecken. Das Nordtor, halb verschüttet, führte auf eine Seitengasse. Von dort 600 Meter bis zur eigenen Linie.

Um zwei Uhr stieg Hauschke hinaus und steckte die Kurbel ein. Um zwei schlugen die ersten Granaten nördlich ein. Hauschke kurbelte mit beiden Händen. 30 Sekunden, 50. Er zog den Hebel, das Schwungrad kuppelte ein. Der Prager sprang beim zweiten Versuch an.

Draußen donnerte die Artillerie. Niemand hörte einen Motor mehr. Hauschke fuhr mit zwei Stundenkilometern durch die Brandschneise, schob den Schutt am Nordtor mit der Frontplatte beiseite und war draußen. Sie fuhren direkt in das Störfeuer hinein, das sie tarnte.

An der Ecke zur Friedrichstraße stand einer der beiden T-34. Er deckte das Osttor. Jetzt zeigte er dem Hetzer seine Seite, 40 Meter entfernt, bewegungslos. Roter brauchte diesmal zwei Sekunden. Die letzte Granate dieses Gefechts durchschlug die Wanne unter dem Turm. Sechs T-34 blieben im Gestell.

Um 2:21 Uhr rief Wendler an der Gartenstraße das Kennwort in die Dunkelheit. Ein Posten der Festungsinfanterie antwortete. Der Hetzer hatte noch 21 Liter Kraftstoff.

Der Gefechtsbericht des Abschnitts vermerkte sechs vernichtete T-34 und einen Tankwagen vor der Markthalle 2. Ein Spähtrupp bestätigte die Wracks bei Tageslicht. Die sowjetische Bereitstellung in der Friedrichstraße musste aufgegeben werden. Der Druck auf den Hauptbahnhof ließ für 36 Stunden nach. In dieser Zeit wurde der Hauptverbandsplatz mit rund 400 Verwundeten nach Norden verlegt.

Wendler erhielt das Eiserne Kreuz erster Klasse. Der Hetzer fiel am 19. April im Westen der Stadt ohne Kraftstoff und wurde von der eigenen Besatzung gesprengt. Am 6. Mai 1945 kapitulierte die Festung Breslau.

Alle vier Männer gingen in sowjetische Gefangenschaft. Wendler kehrte nach Görlitz zurück und arbeitete bis zur Rente in einer Waggonfabrik. Roter reparierte wieder Uhren. Hauschke fuhr wieder Bier aus. Kühn kehrte nie nach Breslau zurück. Es hieß inzwischen Wrocław.

Vier Tage lang hatte ein Fahrzeug, das nur 16 Grad weit zielen konnte, 32 Panzer an sich vorbeiziehen lassen. Es schoss nicht, als es schießen konnte. Es schoss, als die anderen stehen bleiben mussten. Nicht die Panzerung gewann in der Markthalle, nicht die Kanone. Es gewann ein Mann, der wusste, wann Geduld eine Waffe ist.