Es war ein ganz normaler Nachmittag bei White Spot – Burger, matschige Poutine und ein Gespräch über Gott und die Welt – bis plötzlich ein Satz fiel, der alles veränderte: „Weißt du, warum ich dir…

Es war ein ganz normaler Nachmittag bei White Spot – Burger, matschige Poutine und ein Gespräch über Gott und die Welt – bis plötzlich ein Satz fiel, der alles veränderte: „Weißt du, warum ich dir...

Es war ein warmer Tag, und wir saßen draußen bei White Spot, diesem typisch kanadischen Familienrestaurant. Vor mir stand ein Burger mit Süßkartoffel-Pommes, mein Gegenüber hatte sich Poutine bestellt, diese berüchtigte Mischung aus Pommes, Käsebruch und Bratensauce. Die Pommes waren inzwischen etwas matschig geworden, aber das gehörte bei Poutine irgendwie dazu. Man isst das eben nicht mit den Händen, jedenfalls nicht, wenn man ordentlich dasitzt.

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Bei McDonald’s oder so, klar, da nimmt man die Finger. Aber hier? Hier nahm ich eine Gabel. Wir kamen auf Amerika zu sprechen.

Irgendjemand hatte mal gesagt, Amerika sei wie ein Entwicklungsland mit einem Gucci-Gürtel. Ich wusste nicht mehr, wer das gesagt hatte, aber es traf irgendwie den Nagel auf den Kopf. Die Dinge dort wurden langsam schlechter. Es erinnerte mich an China vor ein paar Jahren, als es überall diese Fake-Produkte gab, falsche Eier, falsches Zeug.

Aber China hatte sich in den letzten zehn Jahren enorm verbessert. Inzwischen wirkten die USA und Kanada dagegen geradezu veraltet. Mein Gegenüber erzählte von einem Gerücht, dass McDonald’s früher Papier in die Chicken-Sandwiches gemischt haben sollte. Nicht direkt Papier, eher Fasern.

Keine Ahnung, ob da was dran war. Aber es klang nach einer dieser Geschichten, die man halt irgendwann mal aufgeschnappt hatte. Dann ging es um Drohnen. DJI, um genau zu sein.

In Amerika durfte man die neuen Modelle nicht mehr kaufen. Und wenn man als Amerikaner mit einer solchen Drohne von Kanada rüberfuhr, konnte es sein, dass sie einem an der Grenze abgenommen wurde. Als Kanadier kam man vielleicht noch durch, aber als Amerikaner? Keine Chance.

Nur die alten Modelle waren noch erlaubt. Das fand ich bemerkenswert. Am Nebentisch begrüßten wir ein paar Leute, die im Stream zugeschaltet waren. Subaru war da, Federalis, President Earl.

Es war dieses lockere Geplauder, das man eben so führt, während man auf sein Essen wartet. Jemand erwähnte, dass er heute Abend nichts mehr essen würde, weil er auf einer Geburtstagsfeier gewesen war, in New York. Die Kinder hatten dort Pizza bekommen, also war alles gut. Wir redeten über die Preise.

Sieben Dollar für ein Zwei-Gerichte-Menü bei Panda Express? Das war ein echtes Schnäppchen. In Kanada bekam man dafür heutzutage so gut wie nichts mehr. Ein Dollar reichte gerade mal für einen Schokoriegel im Dollarama, und selbst das war nicht immer drin.

Eine Dose Cola? Kostete sicher mehr als einen Dollar. Dann kam die Frage, wie die Poutine geschmeckt hatte. Nicht schlecht, aber auch nicht die beste.

Vielleicht war die von Costco besser. Die hatten diese richtig guten, quietschigen Käsebruch-Stückchen. Und dazu ein Dessert-Getränk, das war auch nicht zu verachten. Das Essen war solide.

Nicht weltbewegend, aber in Ordnung. Wir saßen an diesem kleinen Autotisch, den sie einem ans Fenster stellten, und irgendjemand bemerkte, dass es so etwas in den USA wahrscheinlich nicht gab. Zumindest nicht in dieser Form. Ich erzählte, dass ich früher ein sehr wählerischer Esser gewesen war.

Ich hatte Pilze von der Pizza gepickt, Zwiebeln vom Burger geschabt. Mit der Zeit hatte ich mir angewöhnt, zumindest kleine Stücke davon zu essen. Aber ein ganzer Pilz-Burger? Nein, das war zu viel.

Zu viel Pilz. Portobello war schon grenzwertig, aber diese riesigen chinesischen Pilze, Shiitake und so weiter, die waren einfach zu groß. Zu viel Pilz. Wie schmeckten die überhaupt?

Faserig. Wie Gummi. Wie matschige Auberginen. Und Auberginen mochte ich auch nicht.

Meine Eltern liebten sie, aber ich ließ sie eben liegen. Ein Arbeitskollege von mir war übrigens allergisch gegen Auberginen. Bei einem Firmenessen gab es eine Kreuzkontamination, und er brach in Nesselsucht aus. Zum Glück hatte er Medikamente dabei.

Aber wenn er zu viel davon gegessen hätte, hätte es ins Krankenhaus gehen können. Atemprobleme und so. Das war knapp gewesen. Wir unterhielten uns über dies und das.

Über matschige Tomaten, über eine Durchfall-Krankheit, von der in Ontario ein paar Leute betroffen waren. Es stand sogar in den Nachrichten. Aber bis zu uns war sie nicht durchgedrungen, Gott sei Dank. Am Arbeitsplatz kursierte gerade wieder irgendeine Grippe, obwohl Sommer war.

Es war immer irgendwas los, aber wir kümmerten uns schon lange nicht mehr groß darum. Dann kam das Eis. Es stand in diesen alten Styropor-Bechern, von Gordie’s Food Services, einem Lieferanten, der die meisten Supermärkte und Restaurants in Vancouver belieferte. Nicht das beste Eis, aber es ging.

Ich hatte Schokolade, mein Gegenüber Erdbeere. Dazu gab es diese kleinen Piraten-Deko-Elemente auf dem Tisch, ein Papierschiff und einen Piratenhut. Jemand machte einen Witz über Piraten, und wir lachten. Ich erinnerte mich, dass ich als Kind manchmal Gutscheine für solche Piraten-Preispakete bekommen hatte, bei Veranstaltungen in der Nachbarschaft.

Aber ich hatte nie gewonnen. Meine Eltern wussten nie davon, also konnte ich auch nicht hingehen. Schade eigentlich. Wir kamen auf Filme zu sprechen.

Auf diesen einen mit den somalischen Piraten, wo der berühmte Satz fiel: „I am the captain now. “ Captain Phillips, genau. Diese Szene war damals überall als Meme verbreitet worden. Ein großartiger Moment.

Inzwischen waren wir beim Dessert angekommen. Das Eis war gut, genau richtig zum Abschluss. Jemand erwähnte, dass er den Blizzard von Dairy Queen dem McFlurry vorzog, weil das Eis einfach besser war. Dem konnte ich nur zustimmen.

Dann wurde die Unterhaltung technischer. Jemand hatte vor Kurzem seinen PC neu aufgesetzt, Windows neu installiert, weil er ständig GPU-Probleme gehabt hatte. Schwarzbild, Neustart, das ganze Programm. Nach der Neuinstallation lief alles wieder wie geschmiert.

Ich hasste es, Windows neu aufzusetzen. Man musste alles neu konfigurieren, alles neu herunterladen. Aber irgendwann hatte ich es so oft gemacht, dass ich es in ein paar Stunden durchhatte. Meistens war es nur das ewige Warten auf Updates.

Neustart, Update, Neustart, Update. Ich erinnerte mich an die Zeit, als ich eine Terabyte an VODs gespeichert hatte und versehentlich die ganze Festplatte formatierte. Ich verlor fast die zweite Hälfte von 2025 und die ersten drei Monate von 2026. Hätte ich es sofort bemerkt, hätte ich die Daten vielleicht noch retten können.

Aber ich hatte erst ein oder zwei Sachen auf die Platte geschrieben, und dann war es vorbei. Schade, aber was soll man machen. Wir redeten über Grafikkarten. Die 3080 war damals so ein riesiger Sprung gewesen, im Vergleich zur 2080.

Ich hatte sogar eine, die 10-Gigabyte-Version. Der VRAM war das Problem. Deshalb hatte ich meine Seitenmonitore auf die Onboard-Grafik umgestellt, um ein paar hundert Megabyte zu sparen. Jeder Monitor fraß etwa 500 Megabyte, nur indem er eingeschaltet war.

Das half ein bisschen, aber man merkte, dass die Texturen immer größer wurden. Ich erzählte von der Nacht, in der ich vor Best Buy angestanden hatte, um meine 3080 zu ergattern. Es war einer meiner ersten IRL-Streams gewesen. Ich stand die ganze Nacht da, und irgendwo in meinem Kanal gab es noch einen Highlight davon.

Ein Freund von mir hatte die 3070 zum UVP bekommen, weil er einen Kumpel bei Best Buy hatte. Ich hatte so ein Glück gehabt, dass ich meine 3080 per Tausch ebenfalls zum Listenpreis bekommen hatte. 1. 200 Dollar, aber es hatte sich gelohnt.

Von dort aus kamen wir auf Handys zu sprechen. Das neue iPhone Pro kostete in Kanada etwa 1. 600 oder 1. 700 Dollar.

Ich hatte mir ein blaues geholt, weil ich es satt hatte, immer nur Schwarz, Silber oder Grau zu kaufen. Die Farben wurden irgendwann langweilig. Ich erinnerte mich an mein altes iPhone 6, das Goldene. Das hatte damals auch einen großen Sprung gemacht.

Und dann war da diese Sammelklage wegen der kaputten Batterien. Sie hatten versprochen, letztes Jahr auszuzahlen, dann sollte es dieses Jahr sein, und jetzt war das Jahr fast vorbei, und immer noch kein Geld. Aber es sollten etwa 100 Dollar pro Person sein. Nicht schlecht für ein so altes Telefon.

Im Grunde war es geschenktes Geld. Die Sonne stand tiefer, das Eis war fast aufgegessen. Jemand hatte einen orangefarbenen Controller dabei, und wir unterhielten uns über One Piece. Ich hatte die Serie nie gesehen, obwohl sie so beliebt war.

Fairy Tail hatte ich geschaut, aber One Piece wirkte einfach zu gewaltig. Über 600 Episoden? Kein Wunder, dass ich nie angefangen hatte. Wenn ich es je sehen würde, dann höchstens mit doppelter Geschwindigkeit.

Und dann gab es noch die Ankündigung, dass One Piece neu aufgelegt werden sollte, alle alten Episoden in neuem Stil, ohne Filler, dafür kürzer. Das klang eigentlich ganz gut. Wir kamen auf TwitchCon zu sprechen. Jemand wollte unbedingt hingehen, aber die Tickets waren teuer.

Über 150 Dollar pro Tag. Und dann versuchten sie einem immer, das Drei-Tages-Ticket anzudrehen. Letztes Jahr hatte jemand jemanden gefunden, der das letzte Empfehlungs-Ticket brauchte, um sein Drei-Tages-Ticket geschenkt zu bekommen. Dafür hatte er mir 50 Dollar geboten, nur damit ich mich anmelde.

So hatte ich einen Teil meiner Reisekosten wieder reingeholt. Zwei Tage waren meiner Meinung nach völlig ausreichend. Drei waren übertrieben. Außerdem war man dort ständig damit beschäftigt, Leute zu finden, weil jeder sein eigenes Programm hatte oder auf irgendeiner externen Party war.

Ich erwähnte, wie ich bei Riftbound so viel Glück gehabt hatte. Die Entwickler waren auf der TwitchCon gewesen, und jeder, der an einer Testrunde teilgenommen hatte, bekam eine besondere Goldfolien-Karte. Die verkaufte sich damals für 200 bis 300 Dollar. Ich hatte sie sofort verkauft und damit meine gesamten Kosten wieder drin.

Und ich hatte immer noch die Test-Decks. Auf den Karten stand „Test Pack“, und sie wurden nicht mehr produziert. Irgendwann in ein paar Jahren würden sie vielleicht noch mehr wert sein. Wir unterhielten uns weiter, während das Eis dahinschmolz.

Über die 64 Gigabyte RAM, die ich kurz vor der Preiserhöhung gekauft hatte, und wie froh ich war, dass ich es getan hatte. Über AM5, auf das ich gerne aufgerüstet hätte, aber jetzt vorerst bei AM4 bleiben musste. Für die Spiele, die ich spielte, reichte es ja. Keine Triple-A-Titel, also kein Grund zur Sorge.

Die 3080 war immer noch ein gutes Stück Hardware, selbst wenn der VRAM knapp wurde. Die Bedienung kam vorbei und fragte, ob wir noch etwas brauchten. Nein, wir waren fast fertig. Nur noch das Eis.

Sie nickte und ließ uns in Ruhe. Jemand erzählte von einem Geocaching-Ausflug, den er einmal gemacht hatte. Das war einer der anstrengendsten Streams gewesen, an die er sich erinnern konnte. Er kroch durch Büsche und griff in merkwürdige Löcher, auf der Suche nach versteckten Behältern.

Zu faul, um jetzt nochmal auf Schatzsuche zu gehen. Draußen auf dem Parkplatz stand ein Auto, das diagonal in die Parklücke gezogen worden war. Jemand machte eine Bemerkung darüber, und wir zuckten nur mit den Schultern. So war das eben.

Die Stimmung war entspannt, das Gespräch plätscherte dahin. Es war einer dieser Nachmittage, an denen man einfach dasitzt, isst und redet. Über nichts Besonderes und doch über alles Mögliche.

Das Eis war fast fertig, die Sonne schien, und es gab keinen Ort, an dem wir lieber gewesen wären.