Ich stand an dem Morgen in der Küche, als meine Mutter mir ins Gesicht sagte: „Weißt du nicht, dass du dich entehrst und deine Eltern entehrst, wenn du über Nacht wegbleibst?“ Ich hatte ihr die…

Ich stand an dem Morgen in der Küche, als meine Mutter mir ins Gesicht sagte: „Weißt du nicht, dass du dich entehrst und deine Eltern entehrst, wenn du über Nacht wegbleibst?“ Ich hatte ihr die...

Jenny Cramer verließ an einem Donnerstagmorgen im August die Wohnung ihrer Mutter in New Haven, und von diesem Augenblick an konnte niemand mit Gewissheit sagen, wo sie war. Zwei Tage später entdeckte ein Mann, der vor der Dämmerung sein Boot klarmachte, etwas Weißes, das in den seichten Gewässern vor West Haven lag, und die zweiundvierzig Stunden dazwischen wurden von niemandem, in keinem Raum und unter keinem Eid je aufgeklärt. Sie war im Frühjahr 1860 geboren worden, das mittlere von drei Kindern. Ihr Vater Jacob Cramer war aus Deutschland gekommen und betrieb einen Zigarrenladen in der Stadt, und Jenny war die Einzige, die nie hinter dem Tresen gestanden hatte.

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Sie war ein kränkliches Kind gewesen, und die Familie hatte seither viel Aufhebens um sie gemacht. Mit fünfzehn verließ sie die Schule und suchte sich, anders als die meisten Mädchen in New Haven in diesem Alter, keine Stelle. Ihre Zeit gehörte ihren Freundinnen und ihrem Anblick, wenn sie ausging. Dunkelbraunes Haar, dunkelblaue Augen, ein heller Teint.

Die Leute in der Stadt nannten sie die Schönheit von New Haven. In jenen Jahren wurde eine Fotografie von ihr gemacht, und sie existiert noch heute. Gegenüber dem Laden ihres Vaters befand sich ein Kurzwarengeschäft, das Edward Malley gehörte, dem reichsten Mann der Stadt. Ein Angestellter arbeitete in diesem Geschäft, ein Neffe des Besitzers namens James Malley, und er brauchte nicht lange, um Gründe zu finden, herüberzukommen.

Christia Cramer hatte in jenem Sommer Buch darüber geführt, welche jungen Männer ihre Tochter besuchten. Sie wusste genau, wie schnell der Ruf eines Mädchens verdorben sein konnte, und sie hatte nicht vor, es geschehen zu lassen. In der Nacht zum Mittwoch, dem dritten August, kam ihre Tochter gar nicht nach Hause, und als sie am nächsten Morgen zurückkehrte, gab es einen Streit darüber im vorderen Zimmer. Dann trat Christia Cramer hinaus, um sich zu fassen.

Als sie zurückkam, war Jenny fort. Niemand ging ihr nach. In jenem Jahr und in jener Stadt war ein Mädchen, das nach einem Streit über ihren Ruf das Haus der Mutter verließ, eine gewöhnliche Art von Unglück. Es blieb eine gewöhnliche Art von Unglück, bis zum Samstagmorgen.

Worum es in dem Streit gegangen war, hatte Wochen zuvor mit einer Regel begonnen, die Jenny für sich aufgestellt hatte. In jenem Sommer würde Jenny Cramer nicht mit James Malley allein ausreiten. Er war dreiundzwanzig, zwei Jahre älter als sie, und nach allem, was über ihn berichtet wurde, warb er heftig um Jenny. Er schickte Zettel über die Straße in den Zigarrenladen.

Sie mochte einen Spaziergang oder ein Abendessen, aber sie würde nicht allein mit ihm in eine Kutsche steigen. Und an diesem Punkt wich sie nicht. Was sie von ihm hielt, wird auf zweierlei Weise erzählt. Die eine Fassung hat sie in den Laden kommen und mit ihm flirten, und ihn bald verliebt.

Eine andere hat sie an seiner Aufmerksamkeit nicht sonderlich interessiert und die Einladungen dennoch angenommen, weil sie lange Sommerabende mochte und es mochte, angesehen zu werden. Ihre Mutter hatte ihre eigene Rechnung laufen. Sie glaubte, das Gesicht ihrer Tochter sei eine Heirat in eine Familie mit Geld wert, und sie beobachtete die Besucher mit diesem Gedanken. Also wurde die Sache um ein zweites Paar herum arrangiert.

James Malleys Cousin Walter war Edward Malleys Sohn, ein stiller junger Mann, der eine gute Schule und dann Yale besucht und beides nicht beendet hatte. Walter hatte eine junge Frau aus New York mitgebracht, die Jenny als seine Verlobte vorgestellt wurde, ein reiches Mädchen von Long Island, das sich bald mit ihm verloben würde. Mit vieren in der Kutsche war nichts Unschickliches daran. Fast nichts.

In der Nacht zum dreiundzwanzigsten Juli gingen die vier wieder aus. Es war ein heißer Abend, und Jenny kam erst kurz vor dem Morgen herein. Ihre Mutter war wach und wartete. Zu dieser Stunde nach Hause zu kommen, sagte sie, sei nichts, was eine junge Dame täte, und ein einmal verdorbener Name komme nicht zurück.

Jenny sagte, es sei nicht ihre Schuld gewesen. Sie seien weiter zum Malley-Anwesen gefahren, und als sie habe gehen wollen, habe kein Herr sie nach Hause begleiten wollen. Eine Verlobte sei den ganzen Abend in der Kutsche gewesen. Das sei der einzige Grund gewesen, weshalb der Abend schicklich gewesen sei.

Elf Tage später, am Mittwoch, dem dritten August, war Edward Malley auf Reisen, und sein Haus leer. Jenny ging mit denselben drei Menschen aus, und diesmal kam sie überhaupt nicht nach Hause. Sie kam am Donnerstagmorgen zurück, und die junge Frau, die sie als Walter Malleys Verlobte kannte, kam mit ihr und übernahm das Reden. Die beiden hätten die Nacht in einer Pension verbracht, die nur Frauen aufnehme, sagte sie.

Eine andere Fassung desselben Gesprächs hat sie sagen, sie hätten sie in ihrem eigenen Hotelzimmer verbracht. Wie auch immer, der Punkt, den sie vorbrachte, war, dass nichts Unschickliches geschehen sei. Ihre Tochter lebe und stehe vor ihr. Christia Kramer glaubte kein Wort der Erklärung, und sie glaubte nicht, dass die Frau, die sie vortrug, irgendeine Dame war.

Was sie ihrer Tochter als Nächstes sagte, ist erhalten geblieben, weil es später unter Eid wiederholt wurde. „Weißt du nicht, dass du dich entehrst und deine Eltern entehrst, wenn du über Nacht wegbleibst? “

Es gab eine jüngere Tochter in jener Familie, die von zu Hause fort war und bald zurückerwartet wurde. Ihre Mutter brachte sie ins Spiel.

„Wenn du dich so aufführst, müssen wir einen Ort für dich finden, wenn deine kleine Schwester nach Hause kommt. Wir können dich nicht hier haben. “

Sie weinte, bevor sie zu Ende gesprochen hatte. Die junge Frau aus New York stand während allem dabei.

Christia Kramer ging aus dem Zimmer, um sich zu fassen. Als sie zurückkam, war das Zimmer leer, und ihre Tochter war mit Miss Douglas aus dem Haus gegangen, und keine von beiden hatte gesagt, wohin. Sie hatte gesagt, such dir einen anderen Ort zum Leben, und das Mädchen war gegangen. Und die beiden Dinge sollten nichts miteinander zu tun haben.

An diesem Nachmittag war sie gegenüber in Edward Malleys Geschäft. Sie fand James Malley dort und sagte ihm ins Gesicht, er habe ihre Tochter in schlechte Gesellschaft gebracht. Er blieb ruhig. Blanche Douglas sei eine vollkommene Dame, sagte er.

Die beiden jungen Frauen hätten die Nacht zum Mittwoch im Elliott-Haus verbracht, genau wie ihr an jenem Morgen gesagt worden sei. Es tue ihm leid um ihre Sorge, und er machte ihr ein Versprechen. Wenn er Jenny treffe, werde er sie selbst nach Hause bringen, und wenn er das nicht schaffe, werde er Nachricht schicken. Sie ging auf diese Zusage hin zurück über die Straße und wartete.

Der Donnerstag schloss mit nichts. Der Freitag begann mit nichts. Dann kam die Nachricht. Es war ein Zettel von James Malley.

Weder er noch Miss Douglas wüssten, wo Jenny sei. Bei Tagesanbruch am Samstag, dem sechsten August, machte ein Austernfischer namens Asahel Curtis sein Boot für den Tagesfang fertig, als er etwas sah, das im flachen Wasser lag, während die Wellen darüber brachen. Er watete hinaus, um nachzusehen. Es war eine junge Frau in einem weißen Kleid, und er hob sie auf und trug sie selbst zum Strand hinauf, bevor er die Behörden holte.

Als die Beamten das Ufer erreichten, hatte sich eine kleine Menschenmenge auf dem Sand versammelt, und jemand, der darin stand, hatte bereits den Namen genannt: Jenny Kramer. Sie war so kurz zuvor gestorben, dass keinerlei Zersetzung an ihr war. Sie war für einen Abend angezogen, was an diesem Abschnitt des Ufers nicht bemerkenswert war. Die Vergnügungsstätten von Savin Rock waren nahe, und junge Leute kamen den ganzen Sommer dorthin.

Der erste Schluss war Ertrinken. Der zweite traf innerhalb weniger Stunden ein, und er war kein Schluss über das Wasser. Jenny Cramer war einundzwanzig und unverheiratet, und sie war mehr als einmal in jenem Sommer die ganze Nacht ausgeblieben. Vielleicht hatte sie herausgefunden, dass sie ein Kind erwartete, und deshalb war ein Mädchen in einem guten Kleid vor der Dämmerung ins Meer gegangen.

Diese Theorie kursierte, bevor jemand sie geöffnet hatte. Es gab Blutergüsse an dem Körper, und für die Männer, die sie zuerst ansahen, passten die Blutergüsse bequem in das Ertrinken. Und das Ertrinken passte bequem in alles, was sie über sie gehört hatten. Sie trugen sie zu einem Bootshaus am Strand und schickten nach zwei Ärzten.

Es war fast kein Wasser in ihren Lungen und keins in ihrem Magen. West Haven hatte 1881 keine eigene Stadtverwaltung, also fiel die Untersuchung eines Todes dort an eine Geschworenenjury aus sechs ortsansässigen Männern. Diese Jury war auf dem Weg zu einem Befund des Ertrinkens, mit den Blutergüssen als Stütze und einem Familienstreit als Erklärung. Einer der sechs war nicht zufrieden.

Er sagte es, und weil er es sagte, wurde eine Autopsie angeordnet statt eines Urteils. Die Verhaftungen, das Jahr der Anhörungen, der Prozess selbst, alles kam aus dieser einen Weigerung eines Mannes in einem Raum von sechs, der seinen Namen nicht unter die einfache Antwort setzen wollte. Die Autopsie dauerte sieben Stunden. Sie stellte fest, dass Jenny Cramer nicht ertrunken war und dass sie kriminell missbraucht worden war, ein Angriff auf ihre Person innerhalb von ein oder zwei Tagen vor ihrem Tod.

Sie konnte nicht sagen, was sie getötet hatte, also nahmen die Ärzte ihre inneren Organe heraus und versiegelten sie in Gläsern. Und innerhalb eines Tages erzählten die Zeitungen ihren Lesern, die Ärzte suchten nach Drogen oder Gift. Der Verdacht, der in New Haven umging, war Laudanum oder Chloroform, etwas, das ihr vorher gegeben worden war, nicht das, was sie beendet hatte. Während die Ärzte arbeiteten, arbeiteten auch die Reporter und die örtlichen Beamten.

James Malley, Walter Malley und die junge Frau, die sie Blanche Douglas nannten, wurden in diesen ersten Tagen alle verhört, und ihre ersten Aussagen stimmten nicht miteinander überein. Innerhalb kurzer Zeit stimmten sie vollkommen überein. Alle drei sagten nun, sie seien am Mittwochabend bei Jenny gewesen, keiner von ihnen habe sie nach Donnerstagmittag gesehen, und keiner von ihnen sei am Freitag in der Nähe von Savin Rock gewesen. Dann kam die chemische Analyse zurück.

Acht Zehntel eines Korns Arsen, verteilt über acht ihrer Organe, und das war nur, was in ihr verblieben war. Was sie geschluckt hatte, war ein Vielfaches dieser Menge, und es war innerhalb von Stunden vor ihrem Tod in sie gelangt. Am fünfzehnten August wurden James und Walter Malley verhaftet und wegen Mordes angeklagt. Als die Verhaftungen erfolgten, hatte der Fall aufgehört, New Haven zu gehören.

Edward Malley kam von seinen Reisen nach Hause und fand seinen Sohn und seinen Neffen in den Händen der Behörden. Innerhalb eines Tages hatte er ein Team von Anwälten engagiert und Privatdetektive auf den Boden gesetzt. Reporter fragten ihn nach Walter und der jungen Frau, die in seinem Haus gewohnt hatte. Er sagte, er habe nie gewusst, dass Walter überhaupt mit einem Mädchen zusammen sei, und dann fügte er hinzu, Jungen seien nun einmal Jungen, und man werde feststellen, dass es nichts weiter damit auf sich habe.

Während er das sagte, stellte der Staat ein Beweisstück aus Jenny Cramer zusammen. Versiegelte Fläschchen mit Flüssigkeit, eines für jedes Organ, aufgereiht, damit eine Jury und ein Publikum das Arsen sehen konnten, das in ihrem Magen, ihrer Leber, ihrem Herzen gewesen war. Ein eigener Druck wurde herausgebracht, der die toxikologischen Ergebnisse in Zahlen darlegte für jeden, der sie haben wollte. Eine Zeitung jener Zeit schrieb, das Kind sei aufgeschnitten, gekocht, gebraten, frikassiert und geröstet worden, um Spuren von Gift zu finden.

Ihr Porträt ging in denselben Wochen durch das ganze Land. Es war gemacht worden, während sie lebte, ein Mädchen, das in New Haven für einen Fotografen saß. Nun wurde es gedruckt und nachgedruckt, von Kopien kopiert, durch Pressen in Städten geschickt, in denen niemand je Jenny Cramer gesehen hatte. Es entfernte sich jedes Mal ein wenig mehr von ihr.

Dann kam die Broschüre. Sie trug dieses Porträt auf dem Umschlag und die Aussagen, die zu den Verhaftungen geführt hatten, im Innern, und sie sagte ihren Lesern, was sie dagegen tun sollten. Jeder Vater und jeder Bruder in Connecticut, hieß es, solle es zu seiner eigenen Sache machen, die Verbrecher bis zum Tod zu jagen, seien die Verbrecher nun Landstreicher oder Millionäre. Sie war vollständig ausverkauft und ging in eine zweite Auflage.

Weithin glaubte man in New Haven, die meisten Exemplare seien von der Familie Malley gekauft worden. Die Untersuchung saß den Rest des Augusts, und Blanche Douglas gab zuerst ihre Darstellung ab. Die Nacht zum dritten sei nicht in irgendeiner Pension verbracht worden. Die vier seien im Malley-Anwesen gewesen und hätten getrunken, und sie habe sich zu unwohl gefühlt, um in ihr Hotel zurückzukehren.

Walter habe ihr gesagt, sie könne bleiben. Sie habe eine widerstrebende Jenny überredet, bei ihr zu bleiben, und die beiden hätten sich ein Zimmer geteilt. Sie hätten am Morgen gefrühstückt. Sie habe Jenny nach Hause begleitet, und das Letzte, was sie von ihr gesehen habe, sei um die Mittagszeit am Donnerstag gewesen.

James Malley sagte der Untersuchung, er habe Jenny zuletzt gesehen, als die beiden Frauen an jenem Morgen das Anwesen verließen. Gefragt, wo er am Freitagabend gewesen sei, sagte er, zu Hause, und seine ganze Familie werde es beschwören. Dann hielt er inne und korrigierte sich vor der Jury. Sein Vater, sagte er, sei nach den Zeitungsberichten zu ihm gekommen und habe ihn gefragt, wo er am Freitagabend gewesen sei.

Nein. Sein Vater sei zu ihm gekommen und habe gesagt: „Es ist ein Glück für dich, dass du Freitagnacht zu Hause warst. “

Walter sagte ungefähr dasselbe und bot an, Jenny sei wahrscheinlich zu ihrem Bruder nach New York gefahren. Nach ihrer Aussage ging Blanche Douglas zurück nach New York, und Beamte folgten ihr.

Die Adresse, die sie dem Gericht gegeben hatte, gehörte niemandem. Sie fanden sie arbeitend in einem Bordell, und ihr Name war nicht Blanche Douglas. Sie hieß Anna Kerns, und sie hatte einen Mann verlassen, den sie als gewalttätig beschrieb, und einen neuen Namen angenommen, um ihm aus dem Weg zu bleiben. Sie hatte die Malley-Cousins früher in jenem Jahr kennengelernt, als sie in das Haus kamen, in dem sie arbeitete.

Walter hatte Gefallen an ihr gefunden und angefangen, ihr Zettel zu schicken. Dann lud er sie hinauf in das Anwesen seines Vaters in New Haven, und dort wurde sie Jenny Cramer als reiche junge Frau von Long Island vorgestellt. Sie wurde wegen Meineids angeklagt und in Gewahrsam nach Connecticut zurückgebracht. Die Verlobte, die hervorgebracht worden war, um einen Abend schicklich zu machen, war nun die einzige lebende Person, die in jenem Haus gewesen war.

In den Wochen nach ihrer Rückkehr arbeiteten drei Menschen an Blanche Douglas, und sie arbeiteten aus drei Richtungen an ihr. Einer der Ärzte, der die Autopsie durchgeführt hatte, Dr. Painter, hatte ein besonderes Interesse an dem Fall genommen, und sein Rat an sie war praktisch. „Löse dich von den Malleys“, sagte er, „denn sie werden dich aufgeben, lange bevor du sie aufgibst.

“

Die Beamten machten es härter. Die Malleys waren die reichste Familie der Grafschaft und konnten das beste Anwaltsteam in Connecticut einstellen, und sie hatten es bereits eingestellt. Wenn sie ihnen nicht sage, was mit Jenny Cramer geschehen sei, könne nichts den Staat daran hindern, sie als Verdächtige an der Tötung zu behandeln statt als Zeugin. Und Sheriff Peck machte das Angebot, das es entschied.

Sie fürchtete eine Zelle. Er sagte ihr, sie könne bei seiner eigenen Familie bleiben, statt in eine zu gehen. Sie redete. Sie war nicht als irgendjemandes Verlobte nach New Haven gekommen.

Sie war gekommen, weil Walter sie eingeladen hatte, und sie war geblieben, weil es etwas gab, das sie dort zu tun hatte. James Malley wollte Jenny Cramer, und Walter und Blanche waren da, um ihm zu helfen, sie zu bekommen. In der Nacht zum dreiundzwanzigsten Juli, der Nacht, in der Jenny um fast vier Uhr morgens nach Hause kam, waren sie nicht zu irgendeinem Ausflugsort gefahren. Sie waren zu einem Restaurant mit Zimmern im Obergeschoss gegangen.

Blanche ging mit Walter in eines davon, und durch die Wand konnte sie James hören, wie er versuchte, Jenny in das andere zu bekommen, und sie konnte Jenny sich weigern hören. Und sie gab der Jury die Worte: „Nicht. Nicht. “

Der dritte August war weiter gegangen.

Edward Malley war fort, und das Anwesen gehörte ihnen, und es gab reichlich zu trinken. James hatte die beiden rundheraus gebeten, ihm zu helfen, Jenny zu überreden, die Nacht zu bleiben, und Blanche hatte die Krankheit hervorgebracht, um es geschehen zu lassen. Dann hatten sie nicht wie unter Eid geschworen in einem Zimmer beieinandergelegen. Sie war mit Walter gegangen.

James nahm Jenny mit in ein anderes Zimmer, und Jenny ging nicht freiwillig, und nachdem sich die Tür geschlossen hatte, hörte Blanche Douglas sie schreien. Sie hatte noch eines. Als sie nach New York zurückkam, kamen zwei Herren zu ihr, einer, von dem sie annahm, dass er Edward Malleys Bruder sei. Und sie boten an, ihr den Weg nach Europa zu bezahlen und sie dort zu behalten, bis die ganze Sache vorbei sei.

Als klar war, dass nichts weiter kam, wurde die Anklage wegen Meineids gegen sie fallen gelassen. Und Blanche Douglas wurde wegen Mordes angeklagt. Und dann stellten sie ihr die einzige Frage, die der Staat tatsächlich beantwortet brauchte. Habe sie Jenny Cramer irgendwann nach Donnerstag, dem vierten August, gesehen?

Sie sagte nein. Sie fragten erneut, und sie sagte nein. Und sie sagte weiterhin nein durch jedes folgende Verfahren. Wenn man mir einen Strick um den Hals hängen würde, könnte ich nichts anderes sagen.

Sie hatte das gesamte Arrangement herausgegeben und das eine zurückbehalten, was irgendjemanden nach Donnerstagmittag in einen Raum mit Jenny Cramer gebracht hätte. Durch den Rest des Augusts und bis in den September hinein begannen die Leute, ihre Meinung zu ändern. Zeugen waren in den ersten Wochen vorgetreten und hatten gesagt, sie hätten James und Walter Malley und Blanche Douglas am Donnerstag und wieder am Freitag in Gesellschaft von Jenny Cramer gesehen. Eine Frau, die in der Nähe des Elliott-Hauses wohnte, sagte dem Gericht, sie habe alle drei am Donnerstag mit Jenny gesehen.

Eine andere hatte Blanche und Jenny zusammen am Donnerstagabend gesehen. Ein Kellner hatte Walter, Blanche und Jenny um zehn Uhr am Mittwochabend bedient, was sehr wenig von jenem Abend für eine Party im Anwesen übrig ließ. Als der Fall voranschritt, wurden dieselben Leute immer weniger sicher darin. Es wurde schwierig, einen Zeugen zu finden, der in einem Gerichtssaal klar sagte, was er im August über Jenny Cramer gesagt hatte.

Gerüchte gingen in New Haven um, dass Geld für die Änderung gezahlt wurde, und niemand wurde jemals dafür angeklagt. Am dritten September gab die Geschworenenjury ihre Urteile zurück. James Malley war strafrechtlich verantwortlich. Walter Malley und Blanche Douglas waren moralisch verantwortlich.

Der Tod von Jenny Cramer, befand die Jury, sei durch Gift und Gewalt geschehen. Der Fall ging als Nächstes an das örtliche Gericht in West Haven, und die Anklageschrift, die dort eintraf, umfasste fünf Anklagepunkte gegen die Malleys. Arsen, Ertrinken, Ersticken, Chloroform, die Anwendung von Alkohol und Drogen. Gegen Blanche Douglas nur einen einzigen Anklagepunkt.

Dieses Gericht tagte bis Ende Oktober und hörte mehr als zweihundert Zeugen. Ein guter Teil davon drehte sich um die Freitagnacht in Savin Rock und eine Frau auf dem Karussell, die gerufen hatte, sie sei gelähmt. Eine Zeugin namens Margaret Cain brachte ihre eigene Begleiterin hervor, einen Mann mit Schnurrbart, und sagte, die Frau sei sie gewesen, ergriffen von einem Schwindelanfall. Ein Ehepaar trat vor und sagte, es sei Jenny gewesen.

Das wurde nie geklärt. Am Ende befand das Gericht, dass Anlass bestehe, alle drei wegen eines einzigen Anklagepunkts anzuklagen: des Arsens. Zu diesem Zeitpunkt war ihr Porträt seit zwei Monaten in Umlauf. Während zweihundert Menschen gebeten wurden, sich an das Gesicht einer jungen Frau zu erinnern, wurde dieses Gesicht in Zeitungen von einem Ende des Landes bis zum anderen in Druck gesetzt, und jeder Nachdruck nahm ein wenig mehr davon heraus.

In den Monaten vor dem Prozess einigten sich beide Seiten darauf, Jenny Cramer aus der Erde zu holen. Der einzelne Anklagepunkt hatte jede von ihnen mit einem Problem zurückgelassen. Der Staat konnte nicht argumentieren, dass sie in Panik erstickt worden sei, denn Arsen ist keine Panik. Jemand muss es kaufen, tragen und in einen Menschen geben.

Und Vorüberlegung war nun das Einzige, was der Staat zu beweisen erlaubt bekam. Die Verteidigung hatte das Spiegelbild davon. Und um das Ertrinken am Leben zu halten, musste sie eine Jury davon überzeugen, dass eine junge Frau in einem weißen Kleid an einem Freitagabend mit bereits in ihr befindlichem Gift ins Wasser gegangen war. Also hörte die Verteidigung auf, darüber zu streiten, wo sie gewesen war, und begann, darüber zu streiten, was für ein Mädchen sie gewesen war.

Ihre Theorie war, dass sie eine Arsinesserin gewesen sei. Eine ganze Reihe junger Frauen jener Zeit schluckte kleine Mengen davon und rieb es sich ins Gesicht, im Glauben, es verbessere den Teint. Wenn Jenny eine davon gewesen wäre, dann war das, was die Analyse gefunden hatte, eine Gewohnheit und kein Mord. Der Staat wollte eine Zahl, die genau genug war, um sie einer Jury zu übergeben.

Beide Seiten wollten die Knochen aus entgegengesetzten Gründen. Die Knochen kamen fast sauber zurück. Was auch immer sie geschluckt hatte, sie hatte es nicht lange geschluckt, und die Arsinesserin überlebte die Untersuchung nicht. Dies war das eine in dem ganzen Fall, was jemand mit Genauigkeit maß, und selbst dann geben die erhaltenen Berichte die Menge auf drei verschiedene Weisen an.

Es erledigte die Arsinesserin. Es ließ die zwei Tage genau so leer zurück, wie es sie vorgefunden hatte. Am siebzehnten Januar 1882 wurden die Anklagen gegen alle drei zu einem einzigen Anklagepunkt wegen Mordes ersten Grades zusammengefasst. Im folgenden Monat brannte das Malley-Geschäft bis auf die Grundmauern nieder.

Brandstiftung wurde vermutet. Die Versicherungsgesellschaft weigerte sich, aus einem Formfehler zu zahlen, und keine Quelle verbindet das Feuer mit dem Fall. Der Prozess begann am fünfundzwanzigsten April, und die erste Woche ging darauf, eine Jury zu besetzen, weil es kaum einen Mann in New Haven gab, der sich keine Meinung darüber gebildet hatte, ob die Malleys schuldig waren. Der Staatsanwalt Tilton Doolittle legte den Fall des Staates klar dar.

Walter Malley hatte Blanche Douglas aus New York heraufgebracht, damit James von Jenny Cramer bekam, was er wollte. Und sobald er es gehabt hatte, war sie aus Angst davor vergiftet worden, was sie sagen würde. Die Verteidigung antwortete auf drei Fronten zugleich. Ein Anwalt legte der Jury dar, sie habe sich selbst getötet.

Ein anderer stützte sich auf die Alibis, machte die Wissenschaft des Staates lächerlich und sagte, dass unter all der Chemie niemand richtig erwogen habe, dass das Mädchen einfach ertrunken sei. Blanche Douglas’ Anwalt argumentierte, selbst wenn sie an Arsen gestorben sei, führe nichts davon in die Hände der Angeklagten. Sie brachten auch einen eigenen Arzt hervor, der den Befund bestritt, dass sie überhaupt angegriffen worden war. Es lief bis zum letzten Tag des Juni.

Dann wies Richter Miles Granger die Jury an, was ihr zu entscheiden erlaubt war. Sie entschieden, ob diese drei Jenny Cramer mit Arsen getötet hatten. Sie entschieden nicht, ob sie kriminell angegriffen worden war. Sie entschieden nicht, ob jemand einen Leichenbeschauer, ein Gericht oder ihre Mutter belogen hatte.

Die Aussagen seien widersprüchlich gewesen, sagte der Richter ihnen, und der meiste Beweis sei Indizienbeweis. Die Jury war eine Stunde draußen. Nicht schuldig. Alle drei.

Walter Malley hatte seine Monate in Haft damit verbracht, einen Walzer zu schreiben, der in jenem Jahr veröffentlicht und als Notenblatt unter dem Titel „Unter den Ulmen“ verkauft wurde. An jenem Abend gab seine Familie eine große Party zum Feiern. Die Zeitungen und die Öffentlichkeit fielen über sie her. Blanche Douglas ging in derselben Nacht zurück ins Gefängnis.

Es gab keinen anderen Ort für sie. Jacob Cramer erlebte das Ende des Prozesses nicht. Als Todesursache wurde für ihn Schwindsucht eingetragen, das damalige Wort für Auszehrung. Zwei spätere Berichte über den Fall sagen, er habe sich das Leben genommen.

Christia Cramer lebte weitere neun Jahre. Um 1883 hatte sie aufgehört zu glauben, dass Jenny tot war. Sie erzählte den Leuten, Jenny sei irgendwo am Leben und werde zu ihr zurückkehren. Sie erzählte es weiter in den Jahren, in denen die Männer, die angeklagt gewesen waren, mit ihrem Leben weitermachten, und in den Jahren, in denen die Zeitungen längst etwas anderes zu verkaufen gefunden hatten.

Ihr Mann war fort. Ihre Tochter lag in der Erde und war bereits einmal aus ihr geholt worden. Sie sagte es trotzdem, und sie sagte es weiter. Christia Cramer starb im Juli 1891 durch eigene Hand.

Walter Malley hielt über Jahre nach dem Urteil mit Blanche Douglas Kontakt. Und er wurde zu einem Zeitpunkt über Briefe erpresst, die ihr abgenommen worden waren. Mit der Zeit heiratete er eine Frau namens Anna Madden. Und eine ganze Reihe Leute in New Haven glaubten, Anna Madden und Anna Kerns seien dieselbe Person.

Der Freispruch legte in New Haven nichts bei. Vorwürfe, die Malleys hätten sich ihre Freiheit gekauft, folgten der Familie jahrzehntelang. Und ein solcher Vorwurf wurde nie in einem Gerichtssaal vorgebracht oder in einem beantwortet. Edward Malleys Geschäft litt nicht darunter.

Es handelte weiter durch den Rest seines Lebens und durch das Leben aller, die in jenem Gerichtssaal gesessen hatten. Es schloss endgültig 1980, Jahre nachdem Jenny Cramer aus dem Wasser von West Haven getragen worden war. Niemand wurde jemals im Zusammenhang mit ihrem Tod verurteilt. Wie das Arsen zu ihr gelangte, wurde nie festgestellt.

Ebenso wenig das eine, worauf der gesamte Fall gebaut war und das nie auch nur einmal geliefert wurde. Zwei Bilder von ihr sind erhalten. Eines ist das Porträt, das gemacht wurde, während sie lebte. Eine junge Frau, die in New Haven für einen Fotografen sitzt.

Das andere ist einer der Nachdrucke, die nach ihrem Tod hergestellt und von Kopien kopiert wurden, bis die Linien weich wurden. Darin haben Mund und Augen aufgehört, ihre zu sein. Legt man die beiden nebeneinander, sind es nicht dieselben Gesichter. Jenny Cramer wurde im Frühjahr 1860 in New Haven geboren, und sie lebte einundzwanzig Jahre.

Von allem war der einzige Teil, dessen Feststellung jemals ernsthaft versucht wurde, die letzten zwei Tage, und niemand schaffte es.