Am 14. Februar 1943 schlug die deutsche Afrikakorps durch den Kasserinepass. Die Amerikaner kannten den Wüstenkrieg nicht. 112 Panzer verloren sie an einem Tag, tausende gerieten in…

Am 14. Februar 1943 schlug die deutsche Afrikakorps durch den Kasserinepass. Die Amerikaner kannten den Wüstenkrieg nicht. 112 Panzer verloren sie an einem Tag, tausende gerieten in...

Die Wüste zwischen Tripolis und Alexandria wurde zwischen 1941 und 1943 zum Schauplatz eines Feldzugs, der von zwei Männern geprägt wurde, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Erwin Rommel, der deutsche Offizier, der aus der Bewegung heraus angriff und Geschwindigkeit zur Doktrin erhob, stand gegen Bernard Montgomery, den Briten, der plante, wartete und erst zuschlug, wenn er die materielle Überlegenheit hatte. Am Ende entschied nicht der Mut, sondern die Arithmetik des Nachschubs, wer Nordafrika beherrschen würde. Rommel traf am 12.

Thumbnail

Februar 1941 in Tripolis ein. Das Deutsche Afrikakorps war offiziell nur aufgestellt worden, um die Italiener zu stützen, die in der Operation Kompass vernichtet worden waren. Berlin und Rom waren sich einig: keine Offensive. Hitler bereitete den Angriff auf die Sowjetunion vor, und Afrika galt als Nebenschauplatz.

Rommel las seine Befehle und begann zu planen. Am 31. März 1941 griff er an. Die Truppe war klein, die Fahrzeuge fielen mechanisch aus, und die Panzerbestände waren dünn.

Doch Rommel führte von vorn, ließ Attrappen bauen, um nicht existierende Panzerkolonnen vorzutäuschen, und schlug so schnell zu, dass die britische Führung nicht reagieren konnte. Innerhalb weniger Tage rollte das Afrikakorps durch die Cyrenaika. Britische Generäle wurden fast im Vorbeigehen gefangen genommen, und die Verteidigung brach zusammen. Nur Tobruk hielt stand.

Die australische Garnison weigerte sich zu kapitulieren und schnitt damit die Nachschublinien des Afrikakorps ab. Das eigentliche Problem war jedoch nicht der Feind, sondern die Entfernung. Der gesamte Nachschub musste über das Mittelmeer kommen, das von der Insel Malta aus kontrolliert wurde. Britische U-Boote und Flugzeuge versenkten Konvois, und der Treibstoff, der die Front erreichte, wurde größtenteils von den Lastwagen verbraucht, die ihn transportierten.

Rommel gewann Schlachten, aber er gewann nie die Logistik. Der Versuch, Malta zu erobern, wurde auf Druck Hitlers abgesagt, und der schnelle Vorstoß nach Osten wurde so zu einem riskanten Spiel mit der Versorgung. Im Juni 1941 verteidigte Hauptmann Wilhelm Bach, ein Pfarrer aus Mannheim, den Halfaya-Pass mit einer Batterie der 8,8-cm-Flak. Die als Flugabwehrkanone gebaute Waffe durchschlug die Panzerung jedes britischen Panzers, und die Verteidiger schlugen die Offensive mit minimalen eigenen Verlusten zurück.

Die 8,8 wurde zur gefürchtetsten Waffe des Feldzugs, weil Rommel sie eingegraben und getarnt dort einsetzte, wo der Gegner sie zu spät entdeckte. Im November 1941 begann die britische Operation Crusader. Rommel wurde überrascht und warf seine Panzer in einem weiten Bogen nach Osten, um die Briten in Panik zu versetzen. Die Taktik schlug fehl, weil der britische Oberbefehlshaber Auchinleck die Offensive fortsetzte und Rommel zum Rückzug nach Westen zwang.

Aber Rommel schwieg über seine nächsten Pläne. Im Januar 1942 griff er erneut an und eroberte die Cyrenaika zurück, bis er vor der Gazala-Linie stand. Am 27. Mai 1942 begann die Schlacht um Gazala.

Rommel umging die befestigten Boxen von Süden, stieß aber auf die neuen amerikanischen Grant-Panzer, deren Kanonen aus größerer Entfernung trafen als die deutschen. Die Lage wurde zeitweise kritisch. Bir Hakeim, die Stellung der Freien Franzosen unter General Koenig, hielt 16 Tage stand, bevor die Verteidiger ausbrachen. Am 21.

Juni fiel Tobruk, diesmal an einem einzigen Tag. Mehr als 33. 000 Mann kapitulierten, und Rommel wurde zum Generalfeldmarschall befördert. Die Sieger verfolgten die geschlagene Armee nicht bis nach Ägypten, sondern drangen weiter nach Osten vor.

Rommel wollte Alexandria erreichen, und Hitler unterstützte ihn gegen den Plan, zuerst Malta zu nehmen. Die Achsenmächte überquerten die ägyptische Grenze, und die britische Führung brannte in Kairo geheime Dokumente. Mussolini reiste nach Libyen mit einem weißen Pferd, um den Siegeszug am Nil zu erwarten. Die Kampfgruppe Briel kam bis auf 60 Kilometer an Alexandria heran.

Dann blieben die Panzer stehen. Es waren weniger als 60 einsatzbereite Fahrzeuge übrig, der Nachschubweg war über 800 Kilometer lang, und die Truppe war erschöpft. Bei El Alamein stoppte die Geographie den Vormarsch. Zwischen dem Mittelmeer und der unpassierbaren Qattara-Senke gab es keine Möglichkeit zur Umfassung.

Zwei Schlachten wurden hier geschlagen, bevor die Entscheidung fiel. Auchinleck hielt die Stellung im Juli, dann löste Churchill ihn ab. Am 13. August 1942 übernahm Montgomery die Achte Armee.

Er verbrannte die Rückzugspläne, reorganisierte die Panzer- und Artillerieverbände und wartete mit einer Ruhe, die den Premierminister zur Verzweiflung trieb. Rommel versuchte im August eine Umgehung im Süden, wurde aber mit schweren Verlusten zurückgeworfen. Danach erkrankte er und kehrte zur Erholung nach Österreich zurück. Am 23.

Oktober 1942 eröffneten mehr als tausend britische Kanonen das Feuer. Die Schlacht von El Alamein war die größte Artilleriekonzentration des afrikanischen Feldzugs. Montgomery setzte auf einen methodischen Angriff der Infanterie, der die deutschen Linien durchbrechen sollte, während die Pioniere unter Feuer Korridore durch die Minenfelder legten. Die Verteidiger hielten tagelang, aber die Verluste waren nicht zu ersetzen.

General Stumme, der Rommel vertrat, starb an einem Herzinfarkt, als er unter Beschuss geriet. Rommel wurde zurückbeordert und traf am 25. Oktober wieder an der Front ein. Am 2.

November befahl Hitler per Telegramm den Kampf bis zum letzten Mann. Sieg oder Tod. Rommel gehorchte zunächst, zog sich aber in der Nacht zum 4. November zurück, weil er die Vernichtung der Armee verhindern wollte.

Der Rückzug begann mit 35 einsatzbereiten Panzern, und nur der Regen, der die Wüste in Schlamm verwandelte, verhinderte die vollständige Einkreisung. Am 8. November landeten alliierte Truppen in Marokko und Algerien. Die Zange schloss sich von Westen.

Tripolis fiel am 23. Januar 1943. Rommel versuchte im Februar bei Kasserine gegen die unerfahrenen amerikanischen Truppen einen letzten Schlag und fügte ihnen eine schwere Niederlage zu, doch ihm fehlten die Mittel, um den Erfolg auszunutzen. Am 6.

März griff er bei Medenine an und verlor 55 Panzer gegen keinen einzigen alliierten. Am 9. März verließ er Afrika endgültig. Seine Soldaten wurden in Tunesien zusammengedrängt.

Am 13. Mai 1943 kapitulierten die letzten Reste der Heeresgruppe Afrika. Zwischen 230. 000 und 275.

000 Mann gingen in Gefangenschaft, eine größere Kapitulation als Stalingrad. Rommel starb am 14. Oktober 1944. Er war nach seiner Verwundung in der Normandie in seinem Haus in Herrlingen, als Hitler ihn beschuldigen ließ, an der Verschwörung vom 20.

Juli beteiligt gewesen zu sein. Rommel wurde vor die Wahl gestellt: Selbstmord mit Gift und ein Staatsbegräbnis oder ein Prozess vor dem Volksgerichtshof mit Konsequenzen für seine Familie. Er wählte das Gift. Offiziell starb er an den Folgen seiner Kriegsverletzungen.

Montgomery überlebte den Krieg um Jahrzehnte und schrieb in seinen Memoiren, dass El Alamein die Schlacht war, die den Lauf des Krieges im Westen veränderte. Er räumte ein, dass die Artillerie den Sieg entschieden hatte. Die Friedhöfe von El Alamein erinnern bis heute an die Toten beider Seiten. Mehr als viertausend deutsche Soldaten liegen in flachen Basaltkreuzen, über siebentausend Soldaten der Achten Armee unter weißem Kalkstein.

Der Wind hat die Namen abgeschliffen, und in abgelegenen Sektoren finden Archäologen noch immer Waffen, Munition und Knochen von Soldaten, die nie identifiziert wurden.